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Spremberg
Nicht auf die Menge kommt es an

Maisfeldjagd bei Wadelsdorf FOTO:
Wadelsdorf/Hornow. Bei der Maisfeldjagd zwischen Hornow und Wadelsdorf wurden zwei Wildschweine zur Strecke gebracht.

Zu einer Maisfeld-Jagd hat die Jagdgruppe Wadelsdorf am Samstag befreundete Jäger aus dem Raum Reuthen, Hornow und Uhyst eingeladen. Die Jagd wurde angesetzt, um den Wildschaden zu minimieren.  Die Treibjagd zog sich vom Maisfeld zwischen Wadelsdorf und Hornow und dann nördlich in den Wald. Elf Schützen und 18 Jagdhelfer nahmen teil. Die Jagdgruppe fusionierte im Jahr 1990 aus zwei Jagdgruppen zu einer neuen Jagdgruppe.

Wie Henry Kubaschk und Gerhard Derno berichten, schließt sich das Wild immer mehr zusammen. Grund sind nach Angaben der Jäger die Wölfe. Dadurch, dass sich die Wildschweine zu einer Rotte und das Rotwild zu Rudeln zusammenschließen, entstehen auch mehr Schäden, berichten die Jäger. Dennoch werde nicht blindlings auf das Wild geschossen, wie es zu oft noch angenommen wird. Zwei Wildschweine wurden an dem Tag erlegt.

Die Jäger arbeiten eng mit den Landwirten zusammen. Das fördert auch das Dorfleben. Auch das  Jagdbrauchtum hat für die Jäger und Helfer eine große Bedeutung. Nach dem Ende der Jagd wird deshalb die  Strecke gelegt und das Wild durch die entsprechenden Jagdsignale gewürdigt. Dafür sorgten am Samstag drei Jagdhornbläser der Jagdhorngruppe ,,Am Hornower Berg“. Jedes erlegte Tier erhält einen Bruch, meist einen Fichtenzweig, mit dem es geschmückt wird. Zunehmend wird die Strecke nicht mehr im Ganzen gelegt, sondern nur noch symbolisch ein Stück pro Wildart. Der Streckenplatz wird üblicherweise mit Feuern oder Fackeln beleuchtet, alle Jagdbeteiligten sind anwesend. Nach Bekanntgabe, was erlegt wurde, wird jede Tierart mit einem „Totsignal“ auf dem Jagdhorn „verblasen“ und dem Erleger wird vom Jagdleiter mit „Waidmannsheil“ ein Bruch überreicht, den er an seinen Jägerhut steckt. Diesen Akt vollzog Henry Kubaschk als Vorsitzender der Jagdgruppe an den Schützen Gerhard Derno. Den Abschluss bilden die Jagdhornsignale „Jagd vorbei“ und „Halali“.

Zur Stärkung gab es im Anschluss für die Teilnehmer der Jagd Würste vom Spieß, die über einer Feuerstelle zubereitet wurden.