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| 16:44 Uhr

Neuhausen/Spree
Neuhausen/Spree setzt auf Solaranlagen

Brigitte Weinreich (l.)  und Jörg Gläser (r.) von der  Agrarproduktion Kahsel zeigen Karsten Magister, Raik Nowka und Dieter Perko, wie es an der Solaranlage blüht.
Brigitte Weinreich (l.) und Jörg Gläser (r.) von der Agrarproduktion Kahsel zeigen Karsten Magister, Raik Nowka und Dieter Perko, wie es an der Solaranlage blüht. FOTO: LR / Gemeinde Neuhausen/Spree
Neuhausen/Spree. Der Gewinn für die Großgemeinde ist bisher nicht üppig, aber bunt.

(ani) Die Gemeinde Neuhausen/Spree gilt in Spree-Neiße als die Gemeinde mit den meisten Solaranlagen. Bürgermeister Dieter Perko (CDU) wird nicht müde, den Sinn zu erläutern. Große Gewinne rechnet er allerdings nicht vor. Es ist eher Überzeugung und das Klimaschutz- und Energiekonzept der Gemeinde. Auf sämtlichen Dächern kommunaler Gebäude – auch auf der Schule in Laubsdorf, auf Dorfgemeinschaftshäusern – ist Fotovoltaik montiert. „Wir verpachten die Dächer, erhalten eine Pacht dafür“, erklärt er. Dazu kommen 30 Hektar Solarpark auf dem Verkehrslandeplatz. „Auch das sind gemeindeeigene Flächen. Die Flugplatzgesellschaft, dessen Gesellschafter die Gemeinde zu 100 Prozent ist, schreibt dadurch schwarze Zahlen.“

Für die Solarparks auf privaten Flächen – in Kahsel, Frauendorf, Gablenz, Sergen sowie in Planung in Laubsdorf und Koppatz – versucht die Verwaltung, mit den Investoren einmalige Zahlungen in Kompensationsvereinbarungen auszuhandeln. „Die Anlagen im Dorf, in der Landschaft sehen ja nicht schön aus“, sagt Dieter Perko. Sobald eine Anlage Strom ins Netz speist, fließt die Kompensation. „Das wickeln wir über den Gemeindehaushalt ab, der Betrag steht aber dem jeweiligen Ortsteil zur Verfügung, er entscheidet, was er damit schafft.“

Gewerbesteuereinnahmen fließen nach zwei, drei Jahren – wenn es gelungen ist, dass der Betreiber einen Firmensitz in Neuhausen/Spree anmeldet. 2019 kommen solche Gewerbesteuern für 2018 erstmals. Sogar einen Gewinn für die Natur sehen der Bürgermeister und die Landwirte inzwischen. Die Nagola Re GmbH, die sich um die Renaturierung von Landschaften auch in Ausgleichsmaßnahmen kümmert, lässt es an der Solaranlage bei Landwirt Jörg Gläser in Kahsel blühen. Das Prinzip der Biologin Christina Gätz besteht darin, alte heimische Pflanzengemeinschaften neu anzusiedeln. Das zieht Insekten und andere Tiere an, und die Mikrobiologie im Boden erholt sich. Hoffnung besteht, dass ausgezehrte Böden, die Landwirte für Solaranlagen anbieten, nach dem Rückbau der Anlagen wieder mehr Ertrag bringen.