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| 02:56 Uhr

Neues Eingangstor zur Stadt ist eröffnet

Freie Fahrt auf dem umgestalteten Bahnhofsvorplatz in Spremberg: Punkt 10.23 Uhr rollte gestern vor zahlreichen Schaulustigen der erste Stadtlinienbus an die neue Haltstelle am Verknüpfungsbau. Die bisherigen Ersatzhaltestellen am Bahnhof sind damit außer Kraft gesetzt.
Freie Fahrt auf dem umgestalteten Bahnhofsvorplatz in Spremberg: Punkt 10.23 Uhr rollte gestern vor zahlreichen Schaulustigen der erste Stadtlinienbus an die neue Haltstelle am Verknüpfungsbau. Die bisherigen Ersatzhaltestellen am Bahnhof sind damit außer Kraft gesetzt. FOTO: cw
Spremberg. Ein paar Monate später als geplant, aber immer noch rechtzeitig vor dem großen Gästeansturm zum Brandenburg-Tag sind am gestrigen Montag das moderne Verknüpfungsbauwerk und der neu gestaltete Bahnhofsvorplatz in Spremberg eröffnet worden. Für Reisende ist damit der kurze und barrierefreie Übergang zwischen Bus und Bahn Wirklichkeit geworden. Catrin Würz

"Berlin hat sein Brandenburger Tor - und Spremberg hat jetzt auch ein eigenes Eingangsportal: sozusagen als Tor zur Stadt." Mit einem Augenzwinkern zog Architektin Saskia Hebert vom Planungsbüro "Subsolar" zur Eröffnungszeremonie diesen denkwürdigen Vergleich. Und ganz von der Hand zu weisen ist das ja auch nicht. Wie das berühmte Säulentor mit der Quadriga in Berlin soll auch das neue Spremberger Verknüpfungsbauwerk mit dem ansprechend umgestalteten Bahnhofsvorplatz vor allem ein Stück markante Stadtgestaltung sein. Der moderne Sichtbeton-Bau mit den komplizierten Dachschrägen, die neu angelegten Parkplätze und Grünanlagen ersetzen nun das große leere Nichts am Ende der Bahnhofstraße und geben dem Areal ein völlig neues Gesicht.

"Ich empfinde es als eine gelungene Lösung. Wir wünschen uns, dass Reisende aus und nach Spremberg dieses Bauwerk als repräsentativen Eingang in unsere Stadt annehmen", erklärte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) in ihrer kurzen Rede. Sie hofft, dass nun auch für das leer stehende historische Bahnhofsgebäude noch eine sinnvolle Nutzung und ein neuer Betreiber gefunden wird.

Die Stadt Spremberg hat in ihr Bahnhofsvorplatz-Projekt insgesamt 1,4 Millionen Euro investiert. Rund eine Million Euro stammen dabei aus dem europäischen Fördermitteltopf für regionale Entwicklung. Die Bauarbeiten waren nach langer Vorplanungsphase vor ziemlich genau einem Jahr gestartet worden.

Das neue Verknüpfungsbauwerk hält für die Passagiere von Bus und Bahn eine Reiseagentur mit Fahrkartenverkauf, eine öffentliche Toilette, Abstellflächen für Fahrräder und einen unbeheizten Wartebereich für Reisende bereit. Für diesen Wartebereich hatte es kurz vor der Fertigstellung just noch einmal Änderungen gegeben. Denn nun ist der Warteraum zum Gleis hin durch eine große Glasscheibe geschützt. "Das war vorher so nicht vorgesehen. Weil es am Ende finanziell aber machbar war, haben wir diesen Schutz zur Wetterseite hin noch realisieren können", erklärte Architektin Saskia Hebert. Die Reisenden wird es freuen.

Punkt 10.23 Uhr rollte gestern dann zum ersten Mal ein Stadt linien-Bus der Neißeverkehr GmbH über den gerade freigegebenen Verkehrsplatz. "Für die Fahrgäste ist das super geworden", lobte Hartmut Pohle, Bereichsleiter bei der Neißeverkehr GmbH, die neue "Mobilitäts-Drehscheibe" von Spremberg. Die Vernetzung von Bus- und Schienenpersonennahverkehr hätte nicht besser umgesetzt werden können. "Auf sehr kurzen Wegen gelangen die Fahrgäste barrierefrei zwischen Bus- und Bahn-Haltestelle hin und her. Die Abfahrtszeiten sind so getaktet, dass kaum Wartezeiten beim Umsteigen anfallen", so Pohle. Das Busunternehmen Neißeverkehr fährt den Spremberger Bahnhof täglich auf sechs Linien zirka 100 mal an.