(wr) Aus der Wand im blauweißen Kasten ragen die Kabel zum Anstöpseln der Akkus. Marco Wentworth von der Touristinformation schaut in das Fach, attestiert von Torsten Linke, der das Hotel Stadt Spremberg leitet.

In zehn Jahren werden die Leute vielleicht darüber lachen, dass mal eine Ladestation für Elektro-Fahrräder so feierlich eingeweiht wurde: Diese Prognose wagt der Aufsichtsratschef der Städtischen Werke, Andreas Bränzel. „Derzeit gibt es aber noch viele weiße Flecken in Deutschland“, sagt er. „Die Lausitz gehört dazu.“ Deshalb sei er froh über die erste offizielle Ladestation in Spremberg - auch wenn sich der Wunsch nach einem Standort direkt am Rathaus wegen Bedenken der Denkmalbehörde nicht erfüllte.

1500 Euro kostet die Ladestation, weitere 2500 Euro die Tiefbauarbeit, wie Wirtschaftsingenieur-Student Bill Grabowski erläutert. Er stammt aus Döbern, betreut das Projekt für die Städtischen Werke und hat eine Praktikumsarbeit geschrieben. Ihr Titel: „Elektromobilität für Autos“.

Die Station besteht aus vier abschließbaren Fächern für die Akkus, und sie bietet die Chance, auch Mobiltelefone zu laden. Darauf weist der Chef der Städtischen Werke hin, Michael Schiemenz. Eine Ladestelle für Autos gibt es ebenso: 300 Meter weiter, am Parkplatz in der Wiesengasse. Bürgermeisterin Christine Herntier sagt: „Ich hoffe, dass wir bald noch viele solche Punkte finden, vor allem im ländlichen Raum.“