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Neuer Manager steuert Industriepark

Der neue ASG-Geschäftsführer Roland Peine sagt: "Wir wollen uns auch um die Wirtschaftsförderung in Spreetal kümmern."
Der neue ASG-Geschäftsführer Roland Peine sagt: "Wir wollen uns auch um die Wirtschaftsförderung in Spreetal kümmern." FOTO: René Wappler
Spremberg. Den Weg in eine Zeit nach dem Braunkohle-Ausstieg kann die Lausitz nur aus eigener Kraft bewältigen: Das versichert der neue Geschäftsführer des Spremberger Wirtschaftsförderers ASG, Roland Peine. René Wappler

Im Norden des Industrieparks Schwarze Pumpe hat die ASG ihren Sitz, umgeben von Fabriken und Schornsteinen, aus denen Rauch in die Winterluft steigt. Zu ebener Erde befindet sich das Büro von Roland Peine. Aus seinem Fenster sieht er die Straße, die zum Ersatzbrennstoff-Kraftwerk führt.

Wenn er jedoch in die Zukunft schaut, wird der Blick unschärfer. So viel weiß er derzeit: Der wirtschaftliche Umbruch der Lausitz kann vorerst nur mit der Braunkohle gelingen. Vorerst, wohlgemerkt. "Es ist sicher, dass wir aussteigen", sagt Roland Peine. "Auch wenn wir die Zeitschiene momentan noch nicht genau kennen." Eines sei allerdings gewiss: "Helfen wird uns dabei vermutlich niemand."

In dieser Diagnose stimmt er mit den Bürgermeistern vieler Städte überein - von Weißwasser bis Spremberg. Im September schrieben sie einen gemeinsamen Brief an das Land Brandenburg und die Bundesregierung: Die Politik müsse für die Folgen ihrer Energiepolitik einstehen und die Lausitz unterstützen. Eine Antwort erhielten sie bislang nicht.

Ideen aus der Heimat sind also gefragt. Auch die ASG musste sich schon neu erfinden. Lange Zeit stand ihr Kürzel für die Arbeit der Altstadtsanierungsgesellschaft. Inzwischen arbeitet sie auf einem neuen Geschäftsfeld, indem sie den Ausbau im Industriepark begleitet. Das Kürzel jedoch bleibt. Roland Peine sagt dazu: "Wir wollen an der allseits bekannten Marke festhalten, da man uns unter diesem Namen kennt."

120 Millionen Euro flossen nach seinen Worten in den vergangenen zwölf Jahren in die In frastruktur des Industrieparks. Die ASG hat die Hauptnetze von Vattenfall übernommen, um sie zu sanieren und unabhängig zu sein. Gemeinsam mit der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) und der Landesregierung setzt sich der neue ASG-Chef für den Bau der 700 Meter langen neuen Südstraße zum Industriepark ein. Sie soll den unbeliebten Lastwagenverkehr durch die Wohngebiete in Schwarze Pumpe umlenken. Im besten Fall könnte der Bau noch im Jahr 2016 beginnen, wie er sagt. "Im Moment kämpfen wir aber noch um Fördermittel, woran auch zu sehen ist: Uns wird wirklich nichts geschenkt."

Trotzdem trägt sich die ASG mit weiteren Plänen. Sie setzt auf eine zentrale Steuerung für die Fahrzeuge, die den Industriepark besuchen und wieder hinausfahren. Dabei soll moderne Elek tronik für einen besseren Verkehrsfluss sorgen. Ebenso will sich das Unternehmen nach Auskunft des neuen Geschäftsführers wie bisher der Wirtschaftsförderung für die Stadt Spremberg annehmen. Selbst die Variante eines City-Managers steht dabei im Raum. Das Auslandsmarketing in Staaten wie Österreich, der Schweiz und Schweden betrachtet der Unternehmenschef als eine seiner Aufgaben - angeschoben vom Vorgänger Gerhard Hänel. Dieser wird die ASG weiterhin beraten.

Projekte zur Verarbeitung von Feinkoks und Stückkoks kündigt Roland Peine an. "Es besteht ja inzwischen ein weltweiter Bedarf an Aktivkohle in der Industrie", erläutert er. Der Industriepark eigne sich für dieses Geschäftsfeld. Den Bürgermeister von Spreetal, Manfred Heine (parteilos), will er bei der Vermarktung der Seen in der Region unterstützen. Zudem weist der ASG-Chef auf die Investitionen in Höhe von 15 Millionen Euro hin, die der Infrastruktur im Industriepark zugute kommen. Neue Ansiedlungen seien ebenfalls vorgesehen - zum Beispiel aus der Lebensmittelbranche. "Da finden gerade Gespräche mit einem potenziellen Investor statt", sagt Roland Peine.

Zum Thema:
Roland Peine, geboren im Jahr 1965 in Cottbus, erlernte den Beruf des Baufacharbeiters mit Abitur beim Tiefbaukombinat Cottbus. Im Jahr 1993 schloss er sein Studium des Bauingenieurwesens ab. Seit April 2003 arbeitet er im Unternehmen ASG Spremberg GmbH mit - bis zum Jahr 2011 als Bauleiter, dann bis zum Jahr 2015 als Technischer Gesamtprojektleiter. Seit Jahresbeginn ist er Geschäftsführer.