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Neuer Lebensraum für Laubfrosch und Co

Zwischen Drieschnitz-Kahsel und Hornow entstanden auf Ackerflächen acht kleine Teiche, die dem Artenschutz dienen sollen. „Wir sind gespannt, ob es den Laubfrosch hier wieder geben wird“, erklärte Hermann Wiesing vom Büro Agrar- und Umweltplanung. Mit Hilfe von EU-Fördermitteln zu 75 Prozent und den restlichen 25 Prozent aus dem Naturschutzfonds entstanden die Biotope durch den Wasser- und Bodenverband Neiße/Malxe-Tranitz. Von Adelheid Floß

Für Geschäftsführer Michael Wittchen war der vergangene Freitag ein besonderer: Der Abschluss einer umfangreichen Wasserbaumaßnahme, die durch Edelbert Jakubik und Petra Süsens von der Oberen Wasserbehörde des Landesumweltamtes sowie Heike Herold von der Unteren Naturschutzehörde des Landkreises Spree-Neiße in Augenschein genommen wurde.
In Begleitung der Landwirte Rainer Noack, Jörg Gläser sowie Joachim Raak ging die Inspektion von Wasserspeicher zu Wasserspeicher auf ihren landwirtschaftlichen Flächen. "Die Ausbreitungsachse des Biotopverbunds wurde hier wieder hergestellt", freute sich Ralf Zech vom Landesumweltamt. Sumpfige Stellen auf den Äckern der Umgebung, die besonders Joachim Raak als ehemaliger Mitarbeiter der Pflanzenproduktion seit Jahren kennt, wurden mit Zustimmung der Landbesitzer aktiviert. Dass es ein langer Weg bis zum jetzigen Ergebnis war, unterstrich Wiesing. Aus rund 20 Standorten hätten sich schließlich acht herauskristallisiert, die eine Wasserhaltung auch garantieren. Was in rund zwei Monaten Bauzeit entstanden ist, überzeugte die Verantwortlichen des Landesumweltamtes beim Rundgang an den Teichen, die meist bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt sind. Mit prüfenden Blicken ging es von Wasserstelle zu Wasserstell e.
Der Bodenaushub sowie das Einrichten von Tief- und Flachwasserbereichen bestimmten die Arbeit der Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes. Kleine Fließe im Wiesenbereich wurden gesäubert und Durchlässe geschaffen, um den natürlichen Wasserhaushalt zu regulieren. Durch das Schaffen einer Kette von Kleingewässern als Biotopverbund sollen die Bedingungen für einen artgerechten Lebensraum von Amphipien hergestellt werden.
"Die Teiche wurden schon von den Rehen angenommen", erzählte Landwirt Jörg Gläser. Otterspuren entdeckte Ralf Zech an einem der Uferränder, ein Frosch schwamm bereits in einem der Biotope, was die Umweltschützer erfreute. Kammmolch, Moorfrosch, Grasfrosch, sowie Wechselkröten gehörten rund um Bagenz und der Spremberger Talsperre zum Bestand, wie zu hören war. Mit den Biotopen auf den Äckern zwischen Wald und Wiesen sollen sich nun weitere Bewohner ansiedeln, die das Wasser zum Laichen benötigen. Dazu zählten auch Libellen und andere Insekten. Es würde nicht lange dauern, dann seien auch die Ringelnattern hier zu finden wie auch die Störche, schlussfolgerten die Fachleute. "Der Laubfrosch, der in diesem Landstrich früher zu Hause war, könnte auf diese Weise wieder einen Lebensraum erhalten, hoffen die Artenschützer. Heike Herold, Sachbearb eiterin Arten- und Biotopschutz freute sich beim Anblick der wasserreichen Oasen auf der Ackerfläche: "Endlich hat ein Umdenken eingesetzt", sagte sie. Nicht immer würde man auf offene Ohren stoßen, wenn es um den Artenschutz gehe, ist ihre Erfahrung. Die Unterstützung der Landwirte für diese Projekte war ausschlaggebend, unterstrich besonders auch Ralf Zech. Er sei gespannt, wie sich die Biotope in Zukunft entwickeln, was sich darin ansiedeln wird. "Das ist erst der Anfang, was man hier sieht", erklärte er zufrieden.
Die Kleingewässer haben die Inspektion bestanden, wie Edelbert Jakubik von der Oberen Wasserbehörde des Landesumweltamt nach dem Rundgang verkündete.