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Neuer Großversuch beginnt an Bühlower Vorsperre

Spremberg. Eine neue Anlage soll den Eisenocker an der Vorsperre bei Bühlow besser vom Wasser trennen. Wie das Landesamt für Umwelt mitteilt, nutzt der Baustellenverkehr deshalb bis Ende Oktober die Fahrradstraße von der Landesstraße 52 bis zum Vorstaubecken. René Wappler

Sperrungen sind nicht geplant. Allerdings bitten die Mitarbeiter um gegenseitige Rücksichtnahme. Insbesondere sei darauf zu achten, dass die Fahrzeuge nicht auf den unasphaltierten Bereich ausweichen.

Referatsleiterin Ellen Peters erläutert, warum der Bau der Anlage vorgesehen ist: In den nächsten Jahren werde sich der Anfall großer Mengen an Eisenhydroxidschlamm nicht verringern. "In der Vorsperre sinkt ein großer Anteil des Eisenhydroxidschlammes ab", erklärt sie. "Bisher wurde die Vorsperre ungefähr alle zehn Jahre beräumt." Aufgrund der enormen Menge an Eisenhydroxid sei ein Technologiewechsel nötig - bis die Projekte der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) in Sachsen ausreichende Wirkung zeigen.

Die genauen Kosten der neuen Anlage lassen sich nach Angaben der Referatsleiterin erst nach weiteren Untersuchungen einschätzen. Deshalb finde in den nächsten Monaten ein Großversuch statt, der diese Frage klären soll. Der Einsatz einer Zentrifugenanlage, die im Jahr 2015 für vier Monate an der Vorsperre stand, führte zur Erkenntnis, dass sich Eisenhydroxid "nur mit sehr viel Aufwand entwässern lässt", wie Ellen Peters anmerkt. Außerdem könne mit dieser Anlage das Sediment in der Vorsperre kaum entnommen werden. Die geplante Anlage solle dazu dienen, dieses Problem zu lösen, so dass Eisenhydroxid und Sedimente entnommen und entwässert werden. So schätzt die Referatsleiterin: "Nach derzeitigem Stand wird die vorgesehene Variante effizienter sein als die Zentrifuge."

Im Laufe des Jahres 2018 sollen mindestens 30 000 Kubikmeter von den abgelagerten 120 000 Kubikmetern Schlamm aus der Vorsperre entnommen werden. Das teilte Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) im Juni während einer Landtagskonferenz mit. Der Großversuch wird nach seinen Worten das stetige Beräumen und Entwässern des Schlamms mit Hilfe von Schläuchen testen. Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung habe dafür 2,5 Millionen Euro genehmigt.