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Neue Hoffnungen auf die Laga

Neuer Anlauf: Christine Herntier und Frank Meisel präsentierten bereits bei der vorangegangenen Bewerbung Laga-Aufkleber, Fördertaler und das Stadtwappen aus Hornower Schokolade. Während die Bürgermeisterin das deutliche Signal aus Potsdam begrüßt, möchte Laga-Vereinsvorsitzender Meisel dieses Mal andere Kooperationspartner in der Stadtverwaltung als beim letzten Mal.
Neuer Anlauf: Christine Herntier und Frank Meisel präsentierten bereits bei der vorangegangenen Bewerbung Laga-Aufkleber, Fördertaler und das Stadtwappen aus Hornower Schokolade. Während die Bürgermeisterin das deutliche Signal aus Potsdam begrüßt, möchte Laga-Vereinsvorsitzender Meisel dieses Mal andere Kooperationspartner in der Stadtverwaltung als beim letzten Mal. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Die Enttäuschung sitzt noch tief: Spremberg hatte 2016 den Zuschlag für die Landesgartenschau 2019 nicht bekommen. Doch während Wittstock/Dosse in die heiße Phase der Vorbereitung geht, macht das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Spremberg Hoffnung auf die Laga 2022. Annett Igel-Allzeit

Denn laut einem am Mittwoch bekannt gemachten Vorschlag des brandenburgischen Agrar- und Umweltministers Jörg Vogelsänger (SPD) soll der Wettbewerb um die Austragung der 7. Landesgartenschau auf die Städte Spremberg und Beelitz begrenzt werden. Die beiden Städte sind die leer ausgegangenen Finalisten um die Laga-Austragung 2019. "Ihre Konzepte sind eine gute Grundlage, um eine erfolgreiche 7. Brandenburger Landesgartenschau ausrichten zu können", sagt Vogelsänger. Den Minister treibt die Sorge, dass die EU-Förderperiode 2020 endet. Und da eine neue Förderperiode stets mit Unwägbarkeiten starte, Reformen in der Europäischen Union anstehen und der Brexit die Lage unsicherer mache, wäre es gut, fertige Konzepte sofort vorlegen zu können.

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) freut sich über den Vorschlag. Das sei ein deutliches Signal des Landes Brandenburg für die vom enormen Strukturwandel betroffene Lausitz. "Wir haben mit dem Konzept beste Voraussetzungen, um die Landesgartenschau im Jahr 2022 erfolgreich durchführen zu können", versichert sie.

Doch abgesehen davon, dass Spremberg die Landesgartenschau 2022 noch nicht hat - beim Vorstandvorsitzenden des Laga-Vereins Frank Meisel hielt sich der Jubel in Grenzen. Ihm sitzt die Absage für 2019 noch in den Knochen: "Das war ein trauriges Geburtstagsgeschenk für mich." Tatsächlich hatte sich der Spremberger Laga-Verein, nachdem die Laga 2013 an Prenzlau gegangen war, mächtig ins Zeug gelegt. Monatelang war diskutiert worden. In einem Bürgerforum brachten sich Einwohner mit ihren Ideen ein. Mit Schülern wurde ein Malwettbewerb gestartet. In den Kindertagesstätten lief eine Beete-Aktion. Beide Wettbewerbe gipfelten in einem farbenfrohen Kalender für 2016. Das Laga-Bewerbungskonzept wurde ein Perlenkonzept mit grünen Perlen, Energieperlen und historischen Perlen auf der Kette. Selbst als die Spremberger Stadtfinanzen durch hohe Steuerrückzahlungsforderung in Schieflage gerieten, war die Absegnung der Bewerbung im August 2015 nach einer heißen Diskussion doch noch beschlossen worden.

"Grundsätzlich freue ich mich, wenn wir die Laga doch noch nach Spremberg holen", sagt Frank Meisel, "doch für den erneuten Anlauf wünsche ich mir in der Zusammenarbeit mit der Stadt ein neues Team in der Verwaltung". Welche Schwierigkeiten es mit dem alten Team gab, sagt Meisel nicht: "Das ist Geschichte."

Der Laga-Verein hatte sich am 1. Juli 2008 als "Förderverein zur Durchführung einer Landesgartenschau in Spremberg" gegründet. Im Sommer 2016 benannte er sich um in "Laga Spremberg", wobei Laga seitdem für "Landschaftsverschönerung gemeinsam ausführen" steht. Der Verein verwirklicht feine Einzelprojekte: das Lapidarium, der Jugendstilbrunnen, der Sängerblick, die Georgenkapelle.

Marco Wentworth, Bereichsleiter Tourismus in der Spremberger Land GmbH, hofft auf die Laga und darauf, dass sich die Spremberger erneut an einem Strang ziehen. Er, der täglich in der Touristinformation mit Besuchern spricht, weiß: "Die Gäste und Touristen sind sehr positiv überrascht von der Stadt und dem Umland. Sie kommen gern her und können sich vorstellen, auch länger zu bleiben." Die Spremberger, so der Cottbuser, bräuchten einfach wieder ein Wir-Gefühl.

Ganz ähnlich hatte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Bränzel in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung aufgerufen, dass die Spremberger ihr Licht nicht länger unter den Scheffel stellen, sondern wieder gemeinsam kämpfen, das Schöne hervorheben.

"Die Welt wird nicht auf Spremberg warten. Aber Spremberg kann ein beachtenswertes, liebens- und lebenswertes Städtchen der Welt sein", sagt Spremberg-Vermarkter Marco Wentworth.