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Neue Analyse befeuert Schwimmbad-Streit

Spremberg. Die Spremberger SPD legt überraschend eine neue Studie zur Halle an der Berliner Straße vor – und bringt damit zum Unmut der CDU noch einmal eine Sanierung des Gebäudes ins Spiel. René Wappler

Zwei Analysen für die Zukunft der Spremberger Bäder liegen den Stadtverordneten inzwischen vor - und beide widersprechen einander in entscheidenden Punkten.

Eine Untersuchung stammt von den Rathaus-Mitarbeitern, die andere kommt von der SPD: Deren Fraktionschef Dirk Süßmilch präsentierte sie in dieser Woche überraschend den Hauptausschuss-Mitgliedern. Sein Vorstoß dürfte den Streit um die sanierungsbedürftige Schwimmhalle erneut befeuern.

Die Analyse aus dem Rathaus kommt zu dem Fazit, dass sich das Gebiet am Kochsagrund am besten für einen neuen Standort der Schwimmhalle eignet. Auch das Gelände am Stieglitzweg käme demnach für einen Umzug der Halle infrage. Als "bedingt geeignet" bezeichnen die Rathaus-Mitarbeiter hingegen die Berliner Straße, gegenüber dem aktuellen Standort des Gebäudes. Die Baukosten würden demnach für alle drei Varianten bei ungefähr 13,46 Millionen Euro liegen.

Zu einem völlig anderen Ergebnis kommt die SPD-Studie: Der effektivste Standort für einen Schwimmhallen-Neubau liege an der Berliner Straße. Selbst eine Sanierung sei immer noch die bessere Alternative als ein Neubau am Schomberg. Falls die Stadt für diese Sanierung mindestens 725 000 Euro an Fördermitteln erhalte, komme sie sogar als bevorzugte Variante infrage. Den Standort am Kochsagrund lehnt die SPD-Fraktion hingegen gänzlich ab.

Damit geht Fraktionschef Dirk Süßmilch auf direkte Konfrontation zur CDU, die den Kochsagrund als künftige Adresse der Schwimmhalle befürwortet. Der christdemokratische Abgeordnete Raik Nowka kritisiert die SPD-Analyse: "Wenn das Ergebnis lautet, dass wir für 725 000 Euro an Fördermitteln alles über Bord werfen und ein 40 Jahre altes Gebäude sanieren, fehlt uns weiterhin eine vernünftige Sauna - und wir hätten zwei Jahre lang keinen Schwimmhallenbetrieb in Spremberg."

Ihm pflichtet CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel bei. "Wir sind gegen eine Sanierung", sagt er. "In Forst haben sie noch nicht mal damit angefangen, und schon jetzt ist das Projekt weit teurer als prognostiziert." 6,3 Millionen Euro soll der Umbau der Forster Schwimmhalle kosten. Von 5,3 Millionen Euro waren die Planer zunächst ausgegangen.

Der SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch hält jedoch an der neuen Analyse fest, die öffentlich auf der Internetseite www.spd-spremberg.de verfügbar ist: Sie stamme von einem Verwaltungsfachwirt, der für eine größere Kommune in Westdeutschland arbeite, jedoch ungenannt bleiben wolle. "Wir waren selbst überrascht vom Ergebnis, das wir so eindeutig nicht erwartet hatten", sagt Dirk Süßmilch. "Die Methode des Rathauses folgt in meinen Augen keinen einheitlichen Maßstäben: Teilweise hat sie Bewertungen doppelt erfasst." Als Faktensammlung eigne sich das Papier aus dem Rathaus hervorragend - nicht jedoch in Bezug auf die Bewertung.

Auf doppelte Bewertungen weist auch Christina Schönherr von den Vereinten Wählergruppen hin: Je nach Gewichtung fördere die Analyse ein anderes Ergebnis zutage. "Unsere Fraktion hat keine einhellige Meinung zum Schwimmhallen-Standort", sagt sie.

Am Ende wird der Streit um die Schwimmhalle "wohl eher auf eine politische Entscheidung" hinauslaufen. Das vermutet der Fraktionschef der Nächsten Generation, Benny Stobinski. Das Zahlenwerk enthalte ohnehin "zu viele unbekannte Größen" und werde die Debatte deshalb nicht beenden.