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| 02:45 Uhr

Naturschützer kritisieren CDU-Plan für Camp am Kochsagrund

Die Spremberger CDU wünscht sich am Kochsagrund ein Zentrum für Freizeit und Sport.
Die Spremberger CDU wünscht sich am Kochsagrund ein Zentrum für Freizeit und Sport. FOTO: Anja Brautschek
Spremberg. Der Spremberger Regionalverband der Naturschützer kritisiert den Vorschlag der CDU, ein neues Feriencamp am Kochsagrund einzurichten. Es handele sich um ein Kleinod für Flora und Fauna, merkt Wieland Böttger vom Regionalverband an. René Wappler

So weist er auf eine Rechtsverordnung vom 27. Februar 1997 hin, die das Fließtal der Kochsa zum geschützten Bestandteil der Landschaft erklärt. Damit sei das Einleiten von gereinigtem Abwasser entlang der Kochsa ebenso untersagt wie Bauten und Veränderungen der Bodengestalt sowie das Anlegen von Wegen.

Tatsächlich besteht diese Rechtsverordnung noch immer, wie Rathaus-Mitarbeiterin Doritha Drews bestätigt. Allerdings gibt sie zu bedenken: "Es handelt sich um einen Abschnitt des Fließtales der Kochsa, der als geschützter Teil der Landschaft gilt - nicht um das gesamte Gebiet." Dieser Abschnitt erstreckt sich demnach von der Drebkauer Straße flussabwärts bis zur Berliner Straße. Auf einer Länge von ungefähr einem Kilometer bezieht er beiderseits die fünf Meter breiten Uferbereiche am Fuße der Teschnitzberge ein.

Unterdessen weist Naturschützer Wieland Böttger auf eine systematische Untersuchung von Pflanzen und Tieren im Kochsagrund hin, die auch in Zukunft weitergehen soll. Dies passiere gemeinsam mit einem Ingenieurbüro aus Freiberg, unter Akzeptanz der Stadt Spremberg, des Spree-Neiße-Kreises und der Unteren Naturschutzbehörde.

In der vergangenen Woche hatte der Spremberger CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel vorgeschlagen, das geplante Geld für die Sanierung des Feriencamps am Felixsee besser gleich für eine neue Anlage in Spremberg auszugeben. 360 000 Euro sieht der Haushaltsplan der Jahre 2017 und 2018 momentan für die Anlage in Bohsdorf vor. Der CDU-Fraktionschef trägt sich mit der Idee, in der Gegend um den Kochsagrund langfristig ein Zentrum für Freizeit, Bildung und Sport zu etablieren - zumal dort auch die neue Schwimmhalle entstehen könnte. Als weiteres Argument führt Andreas Bränzel den Umstand ins Feld, dass die Stiftung SPI noch kein Betreiberkonzept für das Feriencamp in Bohsdorf vorgelegt hat, obwohl es zum Ende des Jahres 2016 im Rathaus eingehen sollte.

Auf Protest trifft sein Plan bei der Wählergruppe Die nächste Generation. Nach den Worten ihres Sprechers Ronny Sembol wäre damit das Ende der Anlage am Felixsee verbunden. "Ohne jede Not" wolle die CDU ein etabliertes Angebot "plattmachen", erklärt Ronny Sembol. Eine Internetpetition namens "Rettet Bohsdorf", unterstützt von der Nächsten Generation, hat bis zum Dienstag mehr als 270 Unterschriften gesammelt.