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| 14:54 Uhr

Naturfotograf spricht in Klein Loitz über sein Lieblingsmotiv
Warum sich der Wiedehopf in der Region rar macht

 Naturfotograf Lennert Piltz aus Spremberg hielt im Schloss Klein Loitz einen  Vortrag zu seiner Naturfotografie und seiner Ausstattung.
Naturfotograf Lennert Piltz aus Spremberg hielt im Schloss Klein Loitz einen  Vortrag zu seiner Naturfotografie und seiner Ausstattung. FOTO: Arlt Martina
Klein Loitz. Damit auch die Dorfleben in Klein Loitz nicht zu kurz kommt, dafür sorgt seit Jahren der Dorfverein . Und lädt auch mal einen Naturfotografen ein.

Der Naturfotograf und Filmer Lennert Piltz (36) aus Spremberg zeigte eine Bild- und Filmreise durch die Lausitz mit Aufnahmen, die in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind. „Mit meiner Arbeit möchte ich einfach zeigen, wie wichtig der Naturschutz ist. Gerade in unserer Region, im Wandel des Bergbaus und was danach kommt, ist ein ganz wichtiges Thema. Mein Hauptaugenmerk lege ich besonders in die Spremberger Umgebung, bin in Heidelandschaften und im kleinen Nabu-Park besonders oft  unterwegs“, erzählt Lennert Piltz. Er betreut beim Naturschutzbund verschiedene Projekte, betreibt auch langfristige Bestandsaufnahme der Pflanzen- und Tierwelt.

Aktuell bereitet er das „Projekt Wiedehopf“ vor. „Das ist schon immer ein Kindheitstraum von mir gewesen, einen Wiedehopf in der Natur entdecken zu können. Vor vier Jahren sah ich zum ersten Mal in der Tagebaufolgelandschaft den Wiedehopf, sechs Tiere mit Jungtieren“, sagt Lennert Piltz. So beschäftigt dich der Spremberger damit, wie man den Wiedehopf in einer passenden Landschaft ansiedeln kann. Denn der Wiedehopf macht sich in der Natur sehr rar. „Ein Wiedehopf benötigt für seinen Lebensraum offene Heidelandschaften, offene Strukturen. Bei uns fehlen Brutkästen, um diese Tiere in unserer Landschaft wieder entdecken zu können“, so Lennert Piltz. In dieses Projekt wird der Spremberger in den nächsten Monaten viel Herzblut hineinstecken, um den Wiedehopf in der Lausitz wieder anzusiedeln.

Seit drei Jahren tourt Piltz mit Vorträgen „durchs Land“, die meist auch für Kinder geeignet sind. Um diese faszinierenden Naturaufnahmen machen zu können, musste er auch fototechnisch tief in die Tasche greifen. Im Sommer klingelt um 3 Uhr morgens der Wecker und in der kalten Jahreszeit gegen 6 Uhr. Dann sucht er sich ein passendes Versteck, um Schnappschüsse zu erhaschen. „Welche Richtung ich dann einschlage, das hängt vom Wind und Licht ab, es ist alles wetterabhängig. Tiere sehe ich nicht täglich. Ausdauer und Geduld ist hier gefragt. Doch Seeadler, Fuchs, Wolf und Co., die Tierwelt ist einfach faszinierend.“ In diesem Jahr leistet der Naturfotograf auch Zuarbeiten für zwei spannende Filme, die in Holland und in Deutschland ausgestrahlt werden. Dabei stehen das Rotwild und der Wolf im Mittelpunkt.

Seit vier Jahren bringt Piltz auch aktuelle Kalender mit Naturaufnahmen heraus. Neu sind seine zehn Postkarten mit Landschafts- und Tiermotiven, die in der Spremberger Touristinformation verkauft werden. Mit Karsten Nitsch aus Neustadt/Spree ist er gern im Rahmen des gemeinsamen Projektes „Naturbild Lausitz“ unterwegs. Sie bieten auch  Foto-Kurse für Anfänger an.

Positiv gestimmt ist Lennert Piltz über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Spremberg und einigen Jägern, wenn es um Genehmigungen und Zustimmungen geht. Doch andererseits wünscht er sich manchmal unkompliziertere Handhabungen bei den Behörden, wenn es um den Naturschutz geht. Ärgerlich ist auch immer wieder, wenn im Wald von den  Fotografen Dinge gestohlen werden, wie Fotofallen oder Zelte. „Zu meinen Lieblingsfleckchen in der Natur gehört die sächsische Seite  der Slamener Heide, die Talsperre Spremberg sowie die Lausitzer Teichgebiete“. Für ihn ist klar: „Es wird eine spannende Zeit, wenn ich an den Strukturwandel, besonders in der Lausitz, denke.“

(mat)