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| 18:28 Uhr

Himmelfahrt im Revier
Natur und Bergbau als Ausflugsziel

 Dieter Freißler, Christine Herntier und Claus-Peter Linke enthüllen da Bergarbeiter-Denkmal.
Dieter Freißler, Christine Herntier und Claus-Peter Linke enthüllen da Bergarbeiter-Denkmal. FOTO: Detlef Bogott
Terpe. Himmelfahrt ist ein Ausflugstag ins Spremberger Revier. Dieses Mal wurde es auch sehr politisch.

Einige Tausend Besucher sind am Himmelfahrtstag zum Wanderwegefest in das Kraftwerk nach Schwarze Pumpe gekommen und haben die Region erkundet.

 Das Fest unmittelbar am Leag-Kraftwerk hatte wieder einige Höhepunkte zu bieten. Aber der Männertag ist für viele eben ein Wanderfest, und so zogen ganze Heerscharen westlich von Spremberg umher und radelten auch noch weitere Ziele an. So manch Fahrrad-Tross schaute auch gleich um die Ecke am Gleis 19 vorbei. Auf  der bekannten Dreieck-Tour standen selbstverständlich auch die Terpschen Brüche und der Ort Terpe selber.

Im Seerosengrund war wie gewohnt beste Stimmung. Zum 25. Mal feierte die Forstbetriebsgemeinschaft ihr Waldfest. Auf den Gäblerschen Wiesen, wo auch die Highland-Rinder weiden, kehrten Hunderte Besucher ein. Nach alter Tradition wurde auch in diesem Jahr ein Baum gepflanzt. Den Baum des Jahres, eine Flatterulme, brachte in diesem Jahr Burckhard Jurk in den Boden. Der Baum, auch Flatterrüster genannt, erreicht eine Wuchshöhe von zehn bis 35 Meter. Der bis zu 250 Jahre alte Baum kann einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern erreichen. Viel mehr zum Thema Wald konnte Revierförster Sylvio Raschick den Besuchern des Seerosengrundes erzählen.

Kaum zwei Kilometer weiter und gut in 10 Minuten mit dem Rad von den Terpschen Brüchen entfernt  gab es in Terpe für viele Radler den nächsten Stopp. Der kleine Ort nahe der sächsischen Grenze ist von jeher am Männertag ein Geheimtipp. Die herzhaften Haxen im Vereinshaus ,,Alter Konsum“ und die leckeren Kuchen, den die Vereinsfrauen seit Jahren backen, sind so beliebt wie das original Münchner Oktoberfestbier zum Oktoberfest. So viele Gäste wie in diesem Jahr gab es wohl noch nie.

Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass Terpe sein Bergbaudenkmal einweihte. Mit dem Gedenkstein wollen die Mitglieder des Heimatvereins die Bergleute allgemein würdigen – und vor allem natürlich die im Braunkohlebergbau. Vor der Denkmalsenthüllung pflanzte auch Claus-Peter Linke, Betriebsleiter Produktion im Tagebau Welzow-Süd, neben dem Bergbaudenkmal eine Flatter­ulme. Der Baum des Jahren wurde ge- und das Ereigniss begossen. Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier und Lothar Hopka, Vorsitzender des Heimatvereins fanden ehrende Worte für die im Bergbau beschäftigten Menschen.

Heimatvereinsvorsitzender Lothar Hopka betonte, dass für die noch heute im Bergbau  und der Braunkohleindustrie arbeitenden Menschen ein Zeichen der Hoffnung gesetzt werden sollte und bekundete die Solidarität des Dorfes mit allen Bergleuten. Der rein politisch motivierte Ausstiegstermin aus der Braunkohle sei ein falsches Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland und habe negative Folgen fürs Land. Man brauche auch keine schwammigen Versprechen, sondern zukunftsfähige Industriearbeitskräfte. „Unser Spruch am Denkmal ist ein Stoßseufzer an den gesunden Menschenverstand“, so Hopka. Die Menschenmenge jubelte, der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese wird die Rede mit nach Berlin nehmen.

(dbo)