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Nächtliche Kirchenbesucher

Erstmals luden auch die Spremberger Kirchengemeinden zu einer Nacht der offenen Kirche am Pfingstwochenende ein. Am Sonntagabend waren die Türen der St. Benno-Kirche, der Kreuzkirche, der Landeskirchlichen Gemeinschaft, der St. Michael-Kirche und der Auferstehungskirche geöffnet. Von Martina Arlt

Interessierte Besucher kamen in die Auferstehungskirche auf dem Schomberg in Spremberg, um Wissenswertes zu diesem Gotteshaus zu erfahren. Der 45-jährige Pfarrer Jürgen Pillwitz betreut seit 2001 die Kirchengemeinde und gab Erläuterungen zu der Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die im Dorf Pritzen bei Altdöbern stand und 1988 abgetragen wurde, um dem Kohle-Bergbau Platz zu machen. Zu Beginn der 90er-Jahre ist sie originalgetreu unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes auf dem Schomberg wieder aufgebaut worden. Wesentliche Teile dieser spätromanischen Dorfkirche sind unter anderem der Altar von 1585 und die Kanzel mit Schalldeckel und Taufbecken aus der Zeit um 1684. Pfarrer Jürgen Pillwitz richtete das Augenmerk seiner Besucher besonders auf die heiligen Figuren des Altarbildes. In einem Altaraufsatz von 1585 hat man den Mittelschrein eines gotischen Flügelaltars eingefügt, der etwa aus dem Jahr 1440 stammt. Der wertvollste und schönste Teil des Altars im wurde 19. Jahrhundert von einem nicht besonders guten neuen Altarbild verdrängt. Der alte Schrein wurde in der Sakristei aufbewahrt und bei der Restaurierung in den 1930er-Jahren an seinen alten Platz zurückgebracht. Im Mittelpunkt ist als zentrale Figur Madonna im Strahlenkranz zu erkennen. Um sie herum sind vier Heilige - Dorothea, Katharina, Hedwig und Nikolaus - angeordnet.
Aber auch der Altdöberner Bürgermeister Horst Bernstein und Matthias Heinrich von der Kunstscheune Pritzen gaben Interessantes zur ehemaligen Dorfkirche Pritzen weiter. „Persönlich verbindet mich sehr viel mit dieser Kirche. Ich hielt bereits früher vertretungsweise Gottesdienst in Pritzen oder spielte an der Orgel. So möchte ich heute den Tag nutzen, um den Besuchern Fotos zu zeigen und Eindrücke des letzten Gottesdienstes am 28. Februar 1988 in Pritzen zu vermitteln. Pritzen wurde eingemeindet und gehört zu Altdöbern“ , sagte Horst Bernstein.
Zur vollen Stunde wurde die Nacht der offenen Kirchen in der Spremberger Auferstehungskirche mit klassischer Musik von Kantor Hermann Hulman begleitet.
Am Pfingstmontag schloss sich ein Festgottesdienst in der Spremberger Auferstehungskirche an. Dort feierten zehn Konfirmanden ihre Silberne Konfirmation. Vor 25 Jahren waren Birgit Lange, Cornelia Hörenz, Thomas Pusch, Ulf Jakubaschk, Torsten Schroschk, Stephan Zebe, Anne Walter, Katharina Sorge, Uwe und Undine Janetzky in die Gemeinde aufgenommen worden.