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Nachtwächter schließt sein Liederstübchen

Spremberg. Seine diesjährige Liederstübchen-Saison beendete jetzt der Spremberger Nachtwächter Kulke. Zu seinem 18. Liederstübchen hatte er die Sängerin Chris Lunatis in die Weinhandlung Gäßner eingeladen. "Mit kräftiger, wunderschöner Stimme und engagiertem Auftreten intonierte sie Titel aus eigener Feder", berichtete Nachtwächter Kulke begeistert. red/dst

Chris Lunatis nutze dabei gern märchenhafte Metaphern, um auf Beziehungen, Zusammenhänge und Probleme der Jetztzeit aufmerksam zu machen. Wie wundert sich eine Fee, die nach 300-jährigem Schlaf statt in einem Schlossturm in einem Elfgeschosser erwacht? Wie entscheidet sich der Paris von heute, wenn er sich bei der Partnerwahl zwischen Reichtum, Weisheit und Liebeslust als Haupteigenschaft der künftigen Partnerin entscheiden muss? Im voll ausgebuchten Lokal folgte das Publikum konzentriert und hing der Sängerin an den Lippen, um nur keine Nuance entgehen zu lassen. Diese brillierte virtuos auf wechselnden Instrumenten, wie Gitarre, Laute und Harfe und ließ schon allein dadurch keine Langeweile aufkommen. Die geforderte Zugabe bediente sie mit einer Janis-Joplin-Parodie, die sich gewaschen hatte und das Publikum regelrecht von den Sitzen riss, so Kulke.

Chris Lunatis widmete die Spendenaktion des Abends dem Förderverein Brauchtumspflege Lilienbund e.V., der sich der Wahrung und Pflege von historischem Wissen, Brauchtum und Handwerk verschreiben hat.

"So kamen stolze 180 Euro zusammen, die insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins dienen sollen", berichtet Kulke. Der Nachtwächter unterstützte durch eigenen Gesang und eine zünftige Moderation, die dabei half, die Sängerin, ihre sonstigen Aktivitäten und ihr Privatleben näher kennenzulernen.

Das nächste Liederstübchen findet im Frühjahr 2017 statt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Dann berichtet der Nachtwächter von seiner Reise durch Südamerika.