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| 18:20 Uhr

Nachruf
Fritz Dubiel kümmerte sich

 Fritz Dubiel  ist tot.
Fritz Dubiel ist tot. FOTO: Detlef Bogott
Trattendorf. Trattendorfer Urgestein ist Ende April im Krankenhaus verstorben. Von Annett Igel-Allzeit

Fritz Dubiel hat die Sorgen seiner Trattendorfer stets ernst genommen. 15 Jahre war er Ortsvorsteher. Ob es ums Grabensystem oder Grundwasser, um die Einkaufsmöglichkeiten oder den abgebauten Geldautomaten ging – er kümmerte sich, lud zu Bürgerforen ein, ließ nicht locker. Wie die Stadtverwaltung Spremberg in dieser Woche bestätigt, ist Fritz Dubiel am 29. April im Alter von 92 Jahren verstorben.

Ein langes Leben, das am 8. Juli 1926 in seinem Elternhaus an der Dorfstraße begonnen hatte. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Jugendlicher. Mit 18 Jahren wurde er 1945 noch eingezogen und war zweieinhalb Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Wieder zu Hause wurde er Feuerwehrmann. Seinen 33. Geburtstag am 8. Juli 1959 konnte er nicht feiern, sondern er kämpfte gegen den großen Waldbrand auf mehr als 100 Hektar Fläche zwischen Graustein, Spree und Bahnstrecke.

In den 90er-Jahren stellte sich „Fritze“ als unruhiger Ruheständler an die Spitze der Bürgerinitiative und bewirkte mit, dass Trattendorf 1998 Ortsteil von Spremberg wurde und mit dem Ortsbeirat eine eigene Vertretung bekam. Durch sein Wirken für die Domowina-Ortsgruppe, die Volkssolidarität und die Fraktion Vereinte Sozialgemeinschaft/Brandschutz der Stadtverordnetenversammlung fuhr er als verdienstvoller 74-Jähriger zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten Johannes Rau. Mit 86 Jahren erhielt Dubiel die höchste Auszeichnung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die nachwachsenden Generationen mit der Geschichte und ihren Opfern vertraut zu machen, fand er wichtig. Er genoss die Wanderwegefeste am Kraftwerk Schwarze Pumpe, gewann mit 81 das Kegeln seiner Volksolidaritäts-Ortsgruppe, konnte lächeln wie kein Zweiter und liebte die Linden.