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| 17:09 Uhr

Brand in Schwarze Pumpe
Betroffenheit nach Tod eines Rentners bei Brand

 In der kommenden Woche werden die vom Brand betroffenen Wohnungen in Schwarze Pumpe begutachtet.
In der kommenden Woche werden die vom Brand betroffenen Wohnungen in Schwarze Pumpe begutachtet. FOTO: LR / Annett Igel-Alllzeit
Schwarze Pumpe. Wohnungsunternehmen will noch in diesem Jahr erste Rauchmelder anbringen. Von Annett Igel-Allzeit

Die Betroffenheit über den Tod eines Rentners nach einem Wohnungsbrand in Schwarze Pumpe ist groß. Die Kriminalpolizei ermittelt intensiv, konnte aber am Dienstag noch keine Brandursache nennen. Auch die Identität des Brandopfers sei bisher nicht zweifelsfrei ermittelt. Dass es sich tatsächlich um den 78-jährigen Mieter der Wohnung handelt, ist für die Polizei noch eine Vermutung.

Am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr soll der Notruf in der Leitstelle Lausitz eingegangen sein: Nach einem Wohnungsbrand im August 2018 mit acht Verletzten im Haus gegenüber war das der zweite Wohnungsbrand in der Straße des Kindes. Auch Christiane Blödgen, die Vorstandschefin der Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft (Bewoge), bedauert es sehr, dass diesmal ein Mensch sein Leben lassen musste. Die verletzte 79-jährige Frau, die in der Brandnacht mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurde, soll in einer Nachbarwohnung zu Besuch gewesen sein.

„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nichts über die Schäden sagen. Aber neben der Wohnung des verstorbenen Mannes wird in der kommenden Woche auch die Wohnung darüber von Gutachtern und Statikern betrachtet werden“, sagt Christiane Blödgen. Das Treppenhaus mit dem Fahrstuhl habe im Gegensatz zum Brand im August keinen Schaden genommen.

Kurz nach Mitternacht war Christiane Blödgen über den Brand informiert worden. „Wir haben noch in der Nacht unsere Geschäftsstelle, die ja nicht weit entfernt vom Brandort liegt, geöffnet. Auch die Seelsorgerin hatte bei uns ihren Platz, um mit Leuten zu sprechen, die das wollten.“

Bis zum Ende 2020 haben Wohnungsunternehmen in Brandenburg Zeit, in Mietwohnungen Rauchmelder nachzurüsten. „Wir beginnen in diesem Jahr im Herbst damit. Sehr wahrscheinlich werden wir wohl in der Straße des Kindes anfangen“, so Christiane Blödgen. Sie hofft sehr, dass damit solche Wohnungsbrände eher bemerkt oder sogar vermieden werden können. „Natürlich ist der finanzielle Aufwand für die Anschaffung groß“, sagt sie, „aber es lohnt sich, denn das sind Systeme, die sich in anderen Bundesländern bereits bewährt haben.“ In Brandenburg besteht seit dem 1. Juli 2016 eine Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten. Für Bestandsbauten wie die Mehrfamilienhäuser in Schwarze Pumpe gilt eine Übergangsfrist zur Nachrüstung bis zum 31. Dezember 2020. Die Rauchmelder, so will es der Gesetzgeber, sollen in allen Aufenthaltsräumen, in Schlafzimmern sowie in Fluren, die als Fluchtwege dienen, angebracht werden.

 In der kommenden Wochen werden die vom Brand betroffenen Wohnungen in Schwarze Pumpe begutachtet.
In der kommenden Wochen werden die vom Brand betroffenen Wohnungen in Schwarze Pumpe begutachtet. FOTO: LR / Annett Igel-Alllzeit