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Spremberg
Kleine Vorhaben-Suchenach der Laga-Absage

Das Grün am Spremberger Schloss muss der Landkreis neu ordnen.
Das Grün am Spremberger Schloss muss der Landkreis neu ordnen. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Robert Hänchen lässt Bürgermeisterin aufschreien.

Im jüngsten Spremberger  Bauausschuss war Bürgermeisterin Christine Herntier eher Zuhörerin. Robert Hänchen, Ausschussmitglied aus dem Ortsteil Wadelsdorf, gelang es aber, ihr einen Aufschrei zu entlocken. Es ging um die Landesgartenschau (Laga), die die Spremberger wieder nicht bekommen. Der Stadt war mit der dritten Absage versprochen worden, dass sie sich eine Maßnahme aus ihrem Laga-Konzept aussuchen kann und sie bei der Realisierung finanziell unterstützt wird. Laut Jörg Vogelsänger (SPD), Brandenburgs Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, liegen 500 000 Euro für Spremberg bereit. Er wolle prüfen, ob sogar eine Million Euro drin ist.

Verwaltung und Abgeordnete sind aufgerufen, ein Vorhaben auszusuchen. Stadtplanerin Claudia Wolf schlug vor, sich für ein Projekt am Festplatz zu entscheiden. Weil die Fördermittel aus dem Leader-Topf kommen sollen, solle das Vorhaben auf den ländlichen Raum ausstrahlen. Auf dem Festplatz feiern auch Einwohner aus den Ortsteilen Feste mit. Aber Robert Hänchen hatte eine andere Idee: Die üppige Auslichtung rund ums Spremberger Schloss, Kulturschloss des Landkreises Spree-Neiße, könnte mit den 500 000 Euro unterstützt werden. „Bibliothek, Museum und Musikschule werden auch von Bürgern aus den Ortsteilen besucht. Zugleich würde das den Kreishaushalt entlasten“, so Hänchen. Genau hier schrie Christine Herntier auf. Spremberg, das selbst mit seinem Haushalt und der Kreisumlage kämpft, soll den Kreishaushalt entlasten? Hänchen entschuldigte sich. Da fehle ihm wohl noch die Erfahrung, er sei leider kein Kreistagsabgeordneter.

Tatsächlich will der Landkreis das Grün am Schloss neu gestalten. Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann hat erste Pläne im November auch den Sprembergern vorgestellt. In diesem Jahr muss der Kreis erste Maßnahmen zur Verkehrssicherung anschieben. Die große Umgestaltung aber soll sich in Stufen über vier bis sechs Jahre hinziehen – weil auch die Natur diese Zeit braucht.