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| 01:23 Uhr

Mutige Unternehmen in Spremberg gesucht

Noch im September soll für den Wettbewerb um die familienfreundlichen Unternehmen in Spremberg der „Sack zugemacht“ werden. Das kündigte Andreas Bränzel (CDU), Leiter der Arbeitsgruppe „Familienfreundlichkeit in Unternehmen“ des Spremberger Lokalen Bündnisses für Familie an. Zehn Unternehmen hatten bis gestern Nachmittag ihre Anträge abgegeben. Bränzel erwartet aber täglich weitere Anwärter auf den Titel „Familienfreundliches Unternehmen“ . Von Annett Igel

Als im 21. Mai zum „Tag der Familie“ im Bergschlösschen der Startschuss für den Wettbewerb unter Spremberger Unternehmen fiel, hatte Andreas Bränzel vor allem die kleineren Unternehmen ermutigt, sich zu beteiligen. Das tut er jetzt wieder. Aber wie er gestern bestätigte, sei die gute Mischung kleiner, mittlerer und großer Unternehmen unter den zehn Antragstellern schon gegeben.
Ursprünglich sollte am 15. September Annahmeschluss für den Wettbewerb sein, so Bränzel, doch nun lade die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU am 16. September unter dem Motto „Lausitz im Aufbruch“ zum Unternehmertag ein. „Und dabei soll am Stand des Albert-Schweitzer-Familienwerkes noch einmal kräftig die Werbetrommel für den Wettbewerb gerührt werden“ , kündigt Andreas Bränzel an, „so dass wir den Einsendeschluss für den Wettbewerb noch einmal bis Ende September rausschieben“ .

Familienfreundlichkeit definiert
„Familienfreundlichkeit in Unternehmen bedeutet, in Übereinstimmung mit der Unternehmensorganisation flexible Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen“ , so war das familienfreundliche Unternehmen in der gleichnamigen Arbeitsgruppe des Lokalen Bündnisses für Familie definiert worden. „Das genaue Prozedere für die Punktvergabe ist vor zwei Wochen in der Arbeitsgruppe beschlossen worden“ , sagt Andreas Bränzel. Dass unterschiedlich große Unternehmen nicht unterschiedlich behandelt werden und in mehreren Kategorien auszuzeichnen werden müssen, liege an einem ausgeklügelten Punktesystem und an einem Faktor, der sich auf die Mitarbeiterzahl des Unternehmens bezieht. Viele Punkte gebe es beispielsweise, so Bränzel, wenn ein Unternehmen Alleinerziehende beschäftigt.
Gefragt wird im Fragebogen, bei dessen Erstellung die Fachhochschule Lausitz geholfen hatte, unter anderem nach den Beschäftigten in Erziehungszeit und nach den daran beteiligten Vätern, nach der Zahl der Auszubildenden und nach den Arbeitszeitregelungen. Zudem will die Jury wissen, ob eine Kinderbetreuung angeboten oder mit Kitas kooperiert wird, ob Kinderbetreuungskosten angeboten werden oder gar Ferienfreizeitangebote. Aber auch für betriebliche Altersvorsorge und vermögenswirksame Leistungen gibt es Punkte. Außerdem könnten die Unternehmen in ihrem Antrag weitere familienfreundliche Aktivitäten aufzählen. Was das im Einzelnen sein könnte und ob auch ein traditionelles Unternehmensfest für die Familien der Angestellten Punkte bringe, wollte Andreas Bränzel gestern noch nicht so genau sagen. „Wir wollen ja auch Ideen sammeln, zu denen andere Unternehmer sagen: ,Mensch, das kriegen wir doch auch hin‘ und so den Unternehmen Vorschläge geben.“

Besuch der Unternehmen geplant
In der Jury sitzen Christina Bieder als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, jeweils ein Vertreter der Spremberger Lebenshilfe und des Albert-Schweitzer-Familienwerkes und die Unternehmensberaterin Karin Hesse. Nach dem Einsendeschluss werde sich die Jury zusammensetzten und eine Vorab-Bewertung vornehmen, sagt Andreas Bränzel. Die Anwärter auf den Titel, die sich dabei herauskristallisieren, werden dann von den Jury-Mitgliedern besucht. Auch wenn das sehr aufwendig werde, ist sich Andreas Bränzel sicher, den Auszeichnungstermin am 15. Dezember halten zu können.
Mit dem Prädikat „Familienfreundliches Unternehmen“ dürften die Firmen dann werben, es in ihrem Briefkopf führen, die Urkunde neben den Meisterbrief hängen und es als Logo an die Ladentür kleben. Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze hofft, im Dezember gleich mehrere Unternehmen auszeichnen zu dürfen.

Interessierte Unternehmen finden das Antragsformular im Internet unter www.spremberg.de .