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Musikalische Leichtigkeit

Gregor Meyle sang zahlreiche Songs seines aktuellen Albums.
Gregor Meyle sang zahlreiche Songs seines aktuellen Albums. FOTO: Guhlan
Spremberg. Zum ersten Mal reiste Musikgröße Gregor Meyle nach Spremberg, um am Samstagabend auf der Freilichtbühne zu spielen. Mit einem emotionalen, authentischen und publikumsnahen Konzert begeisterte er rund 2500 Besucher und holte quasi den ersten Meylenstein in die Lausitz. Anja Guhlan

Bevor Gregor Meyle auf die Bühne stieg, hat Sängerin Clara Louise aus Salzburg mit ihrer vierköpfigen Band mit deutschem Pop gepaart mit Soul und Folk das Publikum in Stimmung gebracht. Nach 45 Minuten bedankte sie sich und sagte bescheiden: "Ihr wollt jetzt sicherlich den Gregor hören." Mit Handbewegungen bittet dieser das Publikum so nah wie möglich an die Bühne zu kommen. Ein Handshake mit den Zuhörern in der ersten Reihe erfolgt. Der gebürtige Schwabe will Nähe zeigen. Er verspricht ein wunderbares Zwei-Stunden-Live-Konzert mit gewohnter Intimität. Einhundert Prozent Meyle eben.

Es ist eine hart erkämpfte "Leichtigkeit", die Meyle momentan erlebt und besingt. Denn der inzwischen 38-jährige Musikstar war jahrelang als Tontechniker für andere Musiker unterwegs und hat zuerst hinter die Kulissen des Musikbusiness geblickt. Heute steht er selbst auf großen Bühnen. In den meisten seiner neuen Songs vom aktuellen Album "Die Leichtigkeit des Seins" erzählt er daher auch vom Gefühl, angekommen zu sein. Von der Balance im Leben und der Gelassenheit.

Er sang aber auch den Song "Niemand", mit dem vor zehn Jahren alles angefangen hat. Oder präsentierte "Die Tapfere", einen Song, der für seine Mutter komponiert wurde. Das Lied "Keine ist wie Du" sorgte für Gänsehautgefühl. Verliebte Paare lagen sich in den Armen und schwingten mit.

Zu jedem Song erzählte Meyle etwas aus seinem Leben. So erinnerte er auch an das Konzert in Ansbach (Bayern) im Jahr 2016 als nur 300 Meter von der Open-Air-Bühne entfernt, sich ein Attentäter in die Luft sprengte. Gregor Meyle und seine Bandmitglieder blieben unverletzt. Wenn Meyle sagt, "das Leben ist kostbar, verschwenden wir nicht allzu viel Zeit", dann klingt das auch echt. Und dafür schätzen ihn seine Fans. Als er als Zugabe einen Song live und akustisch mitten im Publikum mit seiner Band sang, bat er nur um eins: "Lasst eure Handys aus und hört genau zu. Denn die schönsten Erinnerungen hat man sowieso im Kopf".

Der 54-jährige Steffen Kornisch aus Spremberg ist als Konzertbesucher sichtlich begeistert: "Ich habe in 54 Jahren auf der Freilichtbühne noch nie so ein geiles Konzert erlebt", sagte er im Nachhinein. Auch Annett Kolbe (49) aus Werben betonte: "Mit seinen Songs und seinen Erklärungen lässt uns der Musiker wahrhaft an seinem Leben teilnehmen."

Für das Urteil "einwandfrei" entschieden sich Nadine Scholbach (35) und ihr Partner Karsten Schur (37) aus Schleife. "Wir mochten nahezu alle Lieder. Besonders bei der Zugabe hat er uns stark beeindruckt." Auch Finn Bartlick fand das Konzert "einfach nur toll". Sollte Meyle irgendwann wiederkommen, ist er auch wieder hier, sagte der Zehnjährige. Und Meyle möchte auch wiederkommen. Dann könnte der nächste Meylenstein gesetzt werden.