(mat) Vor zehn Jahren schlüpfte der Haidemühler Hagen Rittel in die Rolle des Spremberger Originals „Nachtwächter Kulke“. Noch heute zeigt er sich in diesem Outfit mit großer Freude und führt mehr als zwölfmal im Jahr die Spremberger Gäste mit interessantem Insiderwissen durch die Stadt.  Er schreibt Lieder, die oft heimatbezogen oder aus dem Leben gegriffen sind. „Die besten Ideen für meine Songs kommen mir oft beim Fahrradfahren. Dann muss ich aber schon Zettel und Stift dabei haben, dass ich mir das gleich notieren kann“, so der Nachtwächter.

Am Samstagabend war er nun zum zweiten Mal in der Bloischdorfer Museumsscheune zu Gast. Aus seinem Repertoire von 250 Liedern wählte er ein Teil aus. Ob Heimatlied oder Gartenlied, etwas Passendes findet Nachtwächter Kulke jederzeit zur besten Unterhaltung. Doch sein Herz schlägt besonders für die Märkische Dichterstraße. So kennt er sich genau aus und weiß um die Heimatautoren der Region. Hagen Rittel ist sehr belesen und kennt nicht nur die Literatur von Erwin Strittmatter. Auch Bücher von Schriftstellern aus der Spremberger Region wie beispielsweise von Johannes Vogel, nimmt er sich gern zur Hand. In Bloischdorf hatte er einige Bücher aus seinem privaten Bestand im Gepäck. Denn er möchte mit seinen Veranstaltungen auch Schriftstellern ein Podium bieten, die nicht ganz so bekannt sind.

Das Museumsteam um Jutta Böhm und Grit Neumann bewirtete die Gäste am Samstagabend. So wurde auch diesmal der historische Backofen auf dem Museumsgelände von Gitta Diesner angeworfen und 20 Bauernbrote in den Ofen geschoben. „Sechsmal im Jahr wird unser Backofen zu unseren Veranstaltungen auf jeden Fall angefeuert. Auch Projekttage können bei uns auf Wunsch durchgeführt werden“, so Grit Neumann vom Vorstand des Vereins.

Der Verein Niederlausitzer Sorbisches Museumsdorf Bloischdorf zählt 25 Mitglieder. Schon jetzt sind die Gäste zu einer Veranstaltung zum Muttertag am 12. Mai ab 15 Uhr eingeladen. Dann ist Dorit Gäbler zu Gast, bekannt aus Funk und Fernsehen.