Von Marcel Laggai

Eine regelrechte Instanz erlebt am kommenden Sonnabend eine Neuauflage oder vielmehr seine Wiedergeburt. Denn das Spremberger Kneipenfestival ist zurück in der Stadt. Dafür verantwortlich ist Andreas Bränzel. Als Hobby-Kneipenwirt des Dudelsacks nahm er zuvor bereits mehrfach an der beliebten Veranstaltungsreihe teil. Doch dann der unfreiwillige Bruch. „Wir Gast­ronomen konnten einfach keinen gemeinsamen Termin finden und deshalb fand im vergangenen Jahr kein Kneipenfestival statt“, bedauert Bränzel noch immer. Und trotzdem wollte der hauptberufliche Betreiber eines IT-Unternehmens die Idee nicht sterben lassen. Zumal man ihn auch stets darauf angesprochen habe, wann denn wieder ein Kneipenfestival stattfinde. „Der Druck von der Straße war da“, sagt er.

Als sich Februar dann abermals Gäste des Dudelsacks nach dem Musikfestival erkundigten, machte Bränzel schlichtweg kurzen Prozess, wie er sich erinnert. „Ich habe mein Smartphone geschnappt und alle Gastronomen via WhatsApp angeschrieben und einen Termin vorgeschlagen.“ Die Rückmeldung ließ nicht lange auf sich warten und überraschte Bränzel schon ein wenig: „Nahezu jeder war sofort mit dabei, was mich schon verblüfft hat.“ Und dabei ergab sich nun eine neue „Baustelle“. Wie organisiert man auf die Schnelle einen Musiker oder eine Band? Schließlich wolle man den Gästen einen gewissen Standard bieten, beteuert der Organisator.

Dass sollte sich allerdings als einfache Aufgabe entpuppen, wie Torsten Linke, Geschäftsführer der Inselperle und ebenfalls Teilnehmer am Festival, weiß. „Zwar hatte ich nicht auf Anhieb Erfolg, aber durch meine Kontakte wurde mir dann eine Combo empfohlen, die ihren Teil zur Kneipennacht beiträgt“, so Linke, der sich über den Tatendrang von Bränzel freut und sich möglichst viele Gäste für die Veranstaltungsreihe wünscht. Schließlich sei das nicht nur für die Stadt gut, sondern auch für die Region, ergänzt der Hotelier.

Diesen Aspekt hat auch Anja Kießlich von der Kiko Kreativagentur forciert. Sie wurde ebenfalls von Bränzel mit ins Boot geholt, „um dem Festival ein wenig frischen Wind zu verleihen.“  Früher sei er selbst regelmäßig zu den Kneipenfestivals unterwegs gewesen und deshalb freue sie sich so sehr über den Auftrag vom Organisator, offenbart Anja Kießlich. Auch sie schaffte binnen kurzer Zeit vieles. Die „Marke“ Spremberger Kneipenfestival wurde dafür optisch aufgehübscht beziehungsweise verjüngt und die Aktion „Kultur belebt Spremberg“ ins Leben gerufen. „Damit wollen wir darauf hinweisen, dass nicht nur Geschäfte wichtig für die Entwicklung einer Innenstadt sind, sondern auch ein buntes Gastro-Angebot“, so die Agentur-Gründerin. Denn ‚Kneipenkultur“ belebe ebenfalls.

„Als Besonderheit gibt es an dem Abend des Festivals auch Buttons, um mit dieser tollen Aktion zu werben“, so Bränzel. Mit dem Café Zille gebe es eine weitere tolle Location und der Vorverkauf sei abgeschafft worden, fügt der Hobby-Wirt hinzu. „Das macht es für den Gast unkomplizierter, weil die zehn Euro Eintrittsgeld, auch als Stadtgutschein einlösbar, an jedem Veranstaltungsort gezahlt werden können.“