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| 02:45 Uhr

Museum rüstet sich für Bauarbeiten

Die Seniorengruppe vom DRK, geleitet von Marlen Faschin (rechts im Bild), besuchte am Dienstag das Heidemuseum.
Die Seniorengruppe vom DRK, geleitet von Marlen Faschin (rechts im Bild), besuchte am Dienstag das Heidemuseum. FOTO: René Wappler
Spremberg. Das Niederlausitzer Heidemuseum in Spremberg bleibt ab dem 17. Januar für knapp drei Monate für Besucher geschlossen – wegen des Einbaus einer neuen Brandmeldeanlage. Für Museumsleiter Eckbert Kwast und sein Team geht die Arbeit trotzdem weiter. René Wappler

Das neue Jahr beginnt für Eckbert Kwast mit einer Inventur, und schon kündigt sich eine Besuchergruppe vom Deutschen Roten Kreuz an: Mag es den Gästen des Museums auch so vorkommen, als würde in diesen Räumen die Zeit für einen Moment anhalten, rast sie für die Mitarbeiter doch davon.

Nur zwei Wochen bleiben Eckbert Kwast und seinem Team, bis das Haus für die nächsten Monate schließt. Erst am 26. März wird es wieder öffnen. "Wir müssen die Brandmeldeanlage erneuern, was sich ja bereits zur Mitte des Jahres 2016 anbahnte", erklärt der Museumsleiter. Das Projekt gestaltet sich recht aufwändig. Denn wie bei einem alten Computer gibt es zu bestimmten Modulen der Anlage keine passenden Ersatzteile mehr. Deshalb führt nichts an einem grundlegenden Austausch vorbei.

So nutzt die Seniorengruppe vom Deutschen Roten Kreuz am Dienstag noch einmal die Gelegenheit, das Haus zu besuchen. Leiterin Marlen Faschin sagt: "Wir dachten, es wäre doch schön, uns in der Weihnachtsausstellung umzuschauen und ein wenig in der festlichen Stimmung zu verweilen."

Zunächst verfolgte der Spree-Neiße-Kreis den Plan, die Brandmeldenanlage im gesamten Gebäudekomplex auf einmal zu erneuern: Sowohl die Musikschule als auch die Kreisbibliothek und das Heidemuseum im Schlossbezirk befinden sich in seiner Obhut. Deshalb sagte Eckbert Kwast die Ausstellung unter dem Titel "Kausche auf dem Weg - 20 Jahre Umsiedlung des Ortes" vorerst ab. "Wir wussten im vergangenen Sommer noch nicht, inwieweit diese Ausstellung in die Bauarbeiten hineinreichen würde", erläutert er. "Das war mir dann doch zu riskant."

Schließlich nahm der Plan des Landkreises konkrete Gestalt an: Etappe für Etappe sollte der Umbau passieren, erst in der Musikschule, dann in der Bibliothek, und zuletzt auch im Niederlausitzer Heidemuseum. So kam es auch. Im Herbst waren die ersten beiden Stationen abgeschlossen, woraufhin der Museumschef sagte: "Jetzt warten wir aber noch Weihnachten ab, und danach kann es bei uns losgehen."

So geschah es. Für den Einbau der Brandmeldeanlage sind nicht nur komplizierte Kanalarbeiten nötig. Er nimmt nahezu das ganze Museum in Anspruch. Aus diesem Grund hält Eckbert Kwast die zweimonatige Pause für die beste Variante. "Zum einen müssen wir auf die Sicherheit unserer Besucher achten, die wir während dieses Projekts nicht gewährleisten können", sagt er. "Denn die alte Anlage wird ja abgeschaltet." Zum anderen glaubt er, das Haus genüge während der Bauarbeiten nicht dem üblichen ästhetischen Anspruch. So entschied er sich auch dafür, geplante Veranstaltungen zu verschieben: Somit haben die Handwerker die Chance, ungestört ans Werk zu gehen - und die Mitarbeiter des Museums sorgen derweil für den Schutz des kostbaren Inventars, das während der Zwangspause keinen Schaden nehmen darf.

Zugleich bereiten sie sich auf die nächsten Ausstellungen vor. Ab 9. April widmet sich das Museum den regionalen Zeugnissen der Reformation. Dafür haben Eckbert Kwast und seine Fachleute mit der Spremberger Kreuzkirche zusammengearbeitet und Material aus den umliegenden Dörfern gesammelt, das vom historischen Wandel berichtet. Am 16. Juli folgt eine Ausstellung unter dem Titel "Auf Schienen durch die Lausitz - 150 Jahre Eisenbahn in Spremberg". "Dabei geht es uns nicht nur über die Anbindung an den überregionalen Verkehr, sondern wir beleuchten auch die Geschichte der Stadtbahn", sagt der Museumsleiter.

Zum Thema:
Die Gesamtkosten für den Einbau der neuen Brandmeldeanlage betragen insgesamt circa 221 000 Euro. Das teilt die Pressestelle des Spree-Neiße-Kreises mit. Im Jahr 2015 waren nach Angaben der Kreisverwaltung 4967 Besucher im Niederlausitzer Heidemuseum zu verzeichnen. Zwar stehen die Vergleichsdaten des Jahres 2016 noch nicht fest, aber der Museumsleiter geht von einer ähnlichen Zahl aus.