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| 13:31 Uhr

Geld für Abriss eingeplant
Müll sammelt sich an leeren Garagen

Spremberg. Eine Übersicht des Spremberger Rathauses beleuchtet den Zustand von 26 Anlagen.

Jede vierte Garage in Spremberg steht leer. Das geht aus der Statistik des Rathauses hervor. Der Bauausschuss wird sich den Garagen am nächsten Montag, 5. März,  widmen. Dann tagt er im Bürgerhaus. Noch in diesem Jahr wird der Abriss am Brigittenweg weitergehen, wie Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel mitteilt.

Bereits bei einer Konferenz  mit den Ortsvorstehern von Spremberg beklagte Kämmerin Cornelia Koch: „An den leer stehenden Garagen fühlen sich leider viele Leute ermutigt, ihren Müll abzuladen.“ Damit verwahrlose jedoch das jeweilige Gelände.

Aufgebrochene Garagen, demoliert, von Abfall flankiert. Diesen Eindruck hinterlässt die Anlage am Brigittenweg. Die Mitarbeiter des Rathauses haben eine Übersicht angefertigt, in der sie den Zustand der Komplexe in Spremberg beleuchten.

Jeweils 20 000 Euro planen sie in den Jahren 2018 bis 2020 für den weiteren Abriss am Brigittenweg ein. Akribische Arbeit habe dazu geführt, dass viele Garagen in städtische Obhut gelangten. Inzwischen stehen 55 Prozent von ihnen leer. 

Als ungepflegt bezeichnet die Übersicht des Rathauses den Komplex an der Fritz-Schulz-Straße. Die Mitarbeiter des Rathauses plädieren dafür, einen Abriss zu prüfen.

Es gibt jedoch auch saubere Anlagen. Zu ihnen zählt der Komplex an der Waldstraße. Alle acht Garagen sind ausgelastet. Er hinterlässt „einen sehr ordentlichen Eindruck“, wie die Übersicht des Rathauses hervorhebt.

Ebenso nutzen die Einwohner alle 52 Garagen im Komplex an der Dresdener Chaussee bei Terpe. Dieser Komplex, kurz vor dem Jahr 1990 gebaut, bietet auch ein gepflegtes Bild.

Das gilt gleichfalls für die 27 Garagen an der Bergstraße, für 32 Garagen an der Trattendorfer Straße und für 19 Garagen an der Drebkauer Straße. Die Übersicht des Rathauses beleuchtet alle 26 Komplexe auf städtischem Grund und Boden. Zu ihnen zählen 2209 Garagen.

Bei diesen Anlagen handelt es sich eher um ein ostdeutsches Phänomen. Das berichtet der Pressesprecher des Verbandes deutscher Grundstücksnutzer, Hagen Ludwig. „Gebäudeeigentum auf fremdem Grund und Boden gab es in der DDR im großen Rahmen, nicht jedoch in der alten Bundesrepublik“, sagt er.

Die Spremberger Stadtverordneten sprachen sich im Dezember 2017 dafür aus, einen Beschluss bis zum Jahr 2022 zu verlängern. Demnach verpflichtet sich die Stadt in diesem Zeitraum, einseitig auf ihr Recht zum Kündigen der Verträge für solche Garagen zu verzichten. Ordentlich kündigen kann sie allerdings dann, wenn auf dem Grundstück eine Investition geplant ist. Das Gleiche gilt, falls sich Gefahren und Missstände nur auf diesem Weg beseitigen lassen. Über die jeweilige Kündigung entscheidet der Hauptausschuss.