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| 16:27 Uhr

Neues Hallenbad für Spremberg
Bergbau-Veteran warnt vor Risiko

Heinz Tielsch berichtet, dass sich hinter dieser Tür ein alter Brunnen verbirgt, erbaut von Napoleons Truppen.
Heinz Tielsch berichtet, dass sich hinter dieser Tür ein alter Brunnen verbirgt, erbaut von Napoleons Truppen. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Die Spremberger wollen sich eine neue Schwimmhalle bauen. Stehen soll sie im Kochsagrund. Heinz Tielsch sieht Probleme für den künftigen Schwimmhallen- Standort. Von Rene Wappler

Der Bau einer Schwimmhalle im Spremberger Kochsagrund könnte Probleme bereiten. Das glaubt der 79-jährige Heinz Tielsch, der nur 300 Meter entfernt vom Freibad aufwuchs und später im Tagebau Welzow Süd arbeitete. Er begründet seine Skepsis mit einem möglichen Anstieg des Grundwassers.

Die Spremberger CDU hatte sich für das Verlegen der Schwimmhalle vom Alexander-Puschkin-Platz eingesetzt. Ihr Fraktionschef Andreas Bränzel entgegnet auf die Bedenken von Heinz Tielsch: Noch sei der genaue Standort offen. Aus gutem Grund habe der Beschluss der Stadtverordneten im Dezember zwar das Gebiet am Kochsagrund benannt, nicht jedoch eine genaue Stelle.

Heinz Tielsch kennt jeden Quadratmeter rund um das Freibad am Kochsagrund. Gleich nebenan steht ein Betonklotz, bemalt mit Graffiti. Hinter dessen Tür liegt ein alter Klinkerbrunnen. „Den Brunnen haben einst die Truppen von Napoleon gebaut“, sagt Heinz Tielsch. „Irgendwann um das Jahr 1805 herum muss das passiert sein, aber viele Spremberger wissen davon nichts.“ Später habe der Brunnen das Schwimmbad mit Wasser beliefert.

Um das Wasser in der Gegend am Kochsagrund kreisen auch die Bedenken, mit denen sich Heinz Tielsch trägt. Er hat den Streit um die Zukunft der Spremberger Schwimmhalle genau verfolgt. Ohnehin interessiert er sich für die Stadtpolitik, für die kleinen und großen Fragen, die sich daraus ergeben.

So lautet eine Frage, klein und groß zugleich, ob der Bau der Schwimmhalle im Kochsagrund möglich ist. Heinz Tielsch glaubt nicht daran. „Der Tagebau hat die Kochsarinne trocken gelegt“, sagt er. „Sobald er eines Tages zu ist, läuft das Wasser wieder.“ Damit steige das Grundwasser ebenfalls auf Normalhöhe, wie es früher einmal an diesem Ort der Fall war.

Der Spremberger CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel plädierte im Stadtparlament vehement für den Umzug der Schwimmhalle. Dazu steht er nach wie vor. Zu den Bedenken von Heinz Tielsch sagt er: „Wir haben den Beschluss im Dezember ja bewusst sehr weitreichend gefasst.“ Tatsächlich nennt das Dokument einen „Standort am Freibad Kochsagrund“, der auch das Gebiet am Schomberg einschließt. „Es ist damit also noch nicht entschieden, dass der Bau direkt im Kochsagrund erfolgt“, sagt Andreas Bränzel. Die Hinweise von Einwohnern wie Heinz Tielsch nehme er auf jeden Fall ernst. „Uns hat die Meinung erfahrener Spremberger schon oft geholfen.“ Darüber hinaus sei das Urteil erfahrener Fachleute bei den Plänen zu berücksichtigen.

Im Jahr 2015 bekam die Planungsgesellschaft Bauconzept den Auftrag von den Mitarbeitern des Rathauses, die möglichen Standorte für die Schwimmhalle zu untersuchen. Die Fachleute gelangten zu einem klaren Schluss. Sie rieten von zwei Varianten ab. Diese sahen eine Halle direkt am Freibad vor. Das weitreichende Verlegen der Kochsa werde „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht genehmigt, heißt es in der Studie. Eine Nähe zum Hang zöge außerdem zusätzliche Kosten für das Tragwerk nach sich. Eine dritte Variante, etwas weiter vom Freibad entfernt, bezeichnen die Mitarbeiter von Bauconzept hingegen als „empfehlenswert“. Sie bringe „keine spezifischen Nachteile“ mit sich.