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| 17:17 Uhr

Hornow
„Mixtur im Bass“ diesmal mit Orgel und Oboe

Die beiden polnischen Künstler Slawomir Kaminski (Orgel) und Tomasz Gubanski (Oboe) musizierten in der Hornower Kirche.
Die beiden polnischen Künstler Slawomir Kaminski (Orgel) und Tomasz Gubanski (Oboe) musizierten in der Hornower Kirche. FOTO: Arlt Martina
Hornow. Gelungenes Konzert in der Hornower Kirche gibt Einblick in die Klangwelt des Sauer-Instrumentes. Von Martina Arlt

 Regelmäßig sind Sabine und Rudolf Bönisch vom Verein Großräschener Orgelkonzerte mit der Veranstaltungsreihe „Mixtur im Bass“ in der Niederlausitz unterwegs. Zu den drei Veranstaltungsorten am vergangenen Wochenende gehörte auch Hornow. Bevor das Abendprogramm begann, konnten Besucher traditionell an einer einstündigen Kirchen- und Orgelführung mit Rudolf Bönisch teilnehmen.

„Normalerweise steht bei unseren Konzerten immer nur die Orgel im Mittelpunkt. Doch heute kommt auch die Oboe zu Gehör“, führte Sabine Böhnisch in den Musikabend ein. Künstler aus der ganzen Welt bewerben sich für die Reihe „Mixtur im Bass“. Ausgewählt worden waren diesmal die polnischen Künstler Slawomir Kaminski an der Orgel und Tomasz Gubanski mit der Oboe, die an diesem Wochenende die drei Konzerte in der Niederlausitz gestalteten.

Slawomir Kaminski ist 1963 in Poznan geboren, studierte später an der Musikhochschule seiner Geburtsstadt. Er ist Preisträger des zweiten polnischen Johann-Sebastian-Bach-Orgelwettbewerbes in Danzig. Als Solist und Kammermusiker gibt er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland und nimmt an vielen Musik- und Orgelfestivals teil. Tomasz Gubanski schloss sein Studium mit Auszeichnung an der Musikakademie Poznan ab. Seine musikalische Laufbahn verlief sehr erfolgreich. Er belegte Musikkurse in Italien. Immer wieder spielt er als Erster Oboist im Poznaner Philharmonic Symphony Orchestra. Beim Hornower Konzert ließen die beiden Musiker unter anderem Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms erklingen.

Interessante Informationen gab es zur Hornower Sauer-Orgel. Im 15. Jahrhundert wurde die Dorfkirche errichtet. Von der alten Ausstattung zeugen noch zahlreiche Schnitzfiguren. Besonders auffallend schön sind die Luce-Floreo-Fenster hinter dem Altar. Das Gehäuse der heutigen Orgel zeigt die Inschrift 1876 und weist damit das Baujahr aus, in dem August Richter aus Spremberg die Orgel errichtete. Diese war wohl so ungenügend, dass sie schon 1883 umgebaut werden musste. Dafür wurde Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder) gewonnen. Er schuf ein Werk mit mechanischen Kegelladen, das ganz typisch seinen romantischen Klangvorstellungen folgt.

„1989 begannen wir in Großrä­schen, Orgelkonzerte zu organisieren. Die gibt es seit Kurzem nun nicht mehr. Doch bereits vor 17 Jahren entwickelten wir eine neue Veranstaltungsreihe, die sich mit den historischen Orgeln der Niederlausitz beschäftigt“, berichtet Sabine Böhnisch. Die beiden Großräschener kümmern sich ehrenamtlich um die Organisation. „Es ist unser Hobby“, so Sabine Bönisch.