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| 16:31 Uhr

Erfahrungen von Asylbewerbern
Mitschüler aus Syrien erzählt von Flucht

Laith aus Syrien berichtete im Bergschlösschen von seiner Heimat und der Flucht seiner Familie.
Laith aus Syrien berichtete im Bergschlösschen von seiner Heimat und der Flucht seiner Familie. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Der 15-jährige Laith besuchte die Ausstellung im Spremberger Bergschlösschen.

Ein Junge aus einer Familie syrischer Asylbewerber hat am Mittwoch im Spremberger Bergschlösschen von der Flucht aus seiner Heimat berichtet. Eine Klasse der Berufsorientierenden Oberschule (BOS) besuchte das Freizeitzentrum, um sich die Ausstellung „Woher – wohin?“ über Syrien anzuschauen. Sie ist noch bis Freitag zu sehen.

Eigentlich wäre die Ausstellung ja schon abgebaut, erläuterte Sozialarbeiter Benny Stobinski. Doch dann sei der 15-jährige Laith aus Syrien ins Bergschlösschen gekommen, der ebenfalls an der BOS lernt. „Er beschrieb uns seine Heimat und die Umstände seiner Flucht“, sagt Benny Stobinski. „Vielleicht sind solche Berichte für den einen oder anderen die Chance, seine Einstellung zu reflektieren.“

Seinen Mitschülern aus der BOS erzählte Laith im Bergschlösschen vom Krieg auf den Straßen in Syrien, von Scharfschützen und der täglichen Lebensgefahr, die seine Familie zur Flucht veranlasst habe. Über die Türkei nach Griechenland, weiter über Serbien und Ungarn. Doch dort war die Reise nicht zu Ende. „Wir wollten nach Deutschland, weil wir finden, dass die Menschen hier mehr Rechte haben als in Ungarn“, erklärte Laith. Er berichtete von einem Österreicher, der seine Familie im Zug mit Keksen versorgte, von dessen Frau, die seiner Mutter ihren Sitzplatz anbot. „Das werde ich nie vergessen.“ In Deutschland führte die Odyssee nach seinen Worten von München nach Berlin, bis die Familie schließlich eine Unterkunft in Spremberg bekam. „Als ich herkam, gab es in der Stadt nur wenige syrische Familien, und auf Deutsch konnte ich nichts sagen als: Hallo.“ So habe er versucht, mit anderen Schülern auf Englisch zu sprechen, „obwohl ich kein Englisch kann“.

In Spremberg leben mit Stand vom 2. Oktober 699 ausländische Personen. 190 von ihnen stammen nach Angaben des Fachbereichs für Ordnung und Sicherheit aus Syrien. Dabei handelt es sich um 91 Erwachsene und 99 Minderjährige.