ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:08 Uhr

Im Einsatz gegen die Folgen der Dürre
Unimog rettet durstende Natur

Im Wasser aus dem Gießarm befinden sich Sporen, aus Wurzeln entnommen, die den Bäumen beim Wachstum helfen.
Im Wasser aus dem Gießarm befinden sich Sporen, aus Wurzeln entnommen, die den Bäumen beim Wachstum helfen. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Mit technischer Hilfe bewässert Andreas Schölzel Straßenbäume rund um Spremberg.

Photosynthese und das alles, ach ja, das haben die meisten Leute seit ihrer Schulzeit vergessen. Und damit auch den Grund dafür, dass sie überhaupt atmen können. So sieht es Straßenbaumeister Andreas Schölzel. Mit einem Unimog fährt er über die Dörfer rund um Spremberg. Ohne seine Arbeit würden die Bäume am Straßenrand verdursten.

Andreas Schölzel sagt: „Wir erleben gerade eine extreme Trockenphase.“
Andreas Schölzel sagt: „Wir erleben gerade eine extreme Trockenphase.“ FOTO: LR / René Wappler

So eine ausgedehnte trockene Phase wie in diesem Jahr hat er noch nicht erlebt. Deshalb macht er sich auch seine Gedanken. Vor dem Ortseingang von Türkendorf hält der Unimog am Straßenrand. Mit dem Knüppel rechts neben dem Fahrersitz steuert Andreas Schölzel den Arm, der wie eine Gießkanne funktioniert, hinüber zum Apfelbaum, der nun durch die Brause Wasser abbekommt. „Es geht ja mit den Bienen weiter“, sagt Andreas Schölzel. „Wenn die Linden und der Ahorn eines Tages weg sind, ist es schlecht, und daraus entwickelt sich eine Riesenkette.“

Der Mitarbeiter der Straßenmeisterei des Landkreises denkt dabei nur an das, was er täglich sieht. Über die große Dimension eines möglichen Klimawandels spricht er gar nicht erst, stattdessen lieber über seine Arbeit. „Es macht mir Spaß zu sehen, wie die Technik funktioniert, und abends denke ich, dass ich was Gutes geleistet habe.“

Auf seinem Tourenplan stehen an diesem Tag die Orte Wadelsdorf, Bloisch­dorf, Reuthen und Klein Loitz. 2000 Liter Wasser lagern im Tank auf der Ladefläche. „Mein Kollege ist sogar mit 6000 Litern unterwegs“, sagt er. „Deshalb fährt er jetzt die größeren Strecken, ein Stückchen weiter weg.“

Das Volumen auf dem Unimog von Andreas Schölzel reicht allerdings nur für ungefähr 25 Bäume. Denn jeder von ihnen braucht 70 bis 80 Liter. Darum muss das Fahrzeug mehrmals täglich nachtanken. Die Tröpfchenbewässerung sei die beste Methode, die es gibt, erläutert der Straßenbaumeister. Denn sie sorge dafür, dass die Nässe direkt zu den Wurzeln gelangt. Ein Beispiel findet sich am Cottbuser Stadtring, wo grüne Säcke an den Bäumen nach und nach das Wasser an die Wurzelballen abgeben. „Leider beschädigen die Leute aber solche Vorrichtungen oft mutwillig“, sagt Andreas Schölzel.

Mehrere Jahre musste er die Bäume in der Spremberger Region nicht mehr bewässern, weil genügend Regen fiel. Das ändert sich gerade. Monatelang herrscht die Dürre, und selbst die angekündigten Gewitter der nächsten Tage werden am grundsätzlichen Problem nichts ändern. Einige Bäume werden dieses Jahr nicht überstehen, wie der Straßenbaumeister annimmt. Aus diesem Grund befürwortet er den Aufruf von Bürgermeisterin Christine Herntier an die Einwohner der Stadt, beim Gießen der Pflanzen zu helfen. „Ohne Bäume würde es uns Menschen doch gar nicht geben“, sagt er.

Falls die Menschheit hingegen einer Katastrophe zum Opfer fällt, dürfte recht schnell Gras über sie wachsen. Manchen Gemeinden fehlt das Geld zur Grünpflege, wie Andreas Schölzel berichtet, und dort holt sich die Natur schnell alles zurück, so lange es keine andauernde Trockenphase gibt.