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| 01:46 Uhr

Mit Pferd und Mikroorganismen

Bloischdorf. Nach guten Erfahrungen mit dem freiwilligen ökologischen Jahr auf dem EM-Hof Pinokkio in Bloischdorf hat die Chefin Barbara Matthias dem Willy Bauer aus Schwarzheide zugesagt. „Landwirtschaftliche Tätigkeiten machen mir Spaß, wir haben zu Hause auch einen Garten, Hund und Katze“, sagt der 18-Jährige. Er will mit dem freiwilligen ökologischen Jahr in der Schule eine Pause einlegen, bevor er das Abitur abschließt. Von Martina Arlt

„Auf Bloischdorf bin ich durch das Internet gekommen. Dann war ich für drei Tage zur Probe hier. Seit Ende August arbeite ich nun auf dem Hof und übernachte in der ,Villa Löwenzahn‘ “, so der junge Mann. Seine Arbeitszeit beginnt morgens um 7 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Er kümmert sich um Haus und Hof, denn mit Pferd „Tessa“, Hühnern, Kaninchen, Enten, Katzen und Hund „Blacky“ leben eine ganze Menge Tiere auf dem Bloischdorfer Hof. Kartoffeln hacken oder das Hoftor streichen, Arbeit gibt es immer auf einem Bauernhof. Doch Willy Bauer sorgt auch dafür, dass die Gäste mit frisch gepresstem Birnen- oder Apfelsaft begrüßt werden. Manchmal ist er mit dem Fahrrad unterwegs, fährt Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder Zucchini aus. Willy Bauer könnte sich durchaus vorstellen, später in der Landwirtschaft zu arbeiten. Er vermisse in Bloischdorf nur seinen Labrador-Hund „Carlo“.

„Wir freuen uns, dass Willy mit uns in Naturkreisläufen leben und arbeiten möchte. Er hat bereits Kontakt zum Jugendclub Bloischdorf und ist auf unserem Pinokkio-Hof voller Tatendrang. Auch bei der Museumsnacht in der Bloischdorfer Scheune hat er sich mit eingebracht“, erzählt Barbara Matthias. Erkundet habe er in der kurzen Zeit auch die nähere Umgebung. Er war Pilze und Edelkastanien im Reuthener Park sammeln.

Der Bloischdorfer EM-Hof Pinokkio „Arbeiten und leben im Naturkreislauf“ ist eine anerkannte Einsatzstelle für das freiwillige ökologische Jahr in Brandenburg. EM, so erklärt die Bloischdorferin, stehe für effektive Mikroorganismen. Wie sie in Haus und Hof zur Anwendung kommen, habe vor über 20 Jahren Dr. Teruo Higa, Professor an der Ryukyu-Universität Okinawa, entwickelt. Ursprünglich wurden sie als Alternative zum Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft angesehen, sagt Barbara Matthias. Effektive Mikroorganismen seien eine Mischkultur aus natürlichen Mikroorganismen, von denen die meisten für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden oder in diesen vorkommen.

„Am 31. Oktober werden wir auf unserem Kartoffelacker ein Kartoffelfeuer als Erntedank anzünden“, kündigt Barbara Matthias an. Mit fleißigen Helfern werden zuvor die letzten Kartoffeln gehackt und von „Tessa“ mit einem Fuhrwerk durchs neue Scheunentor auf den Hof gezogen. Auch Willy Bauer ist gespannt aufs kleine Erntedankfest.