Das berichten Andreas Peter, Autor der neuen Abenteuer von Piepsi, und Heike Clodius, Illustratorin der beiden Klosterkirchenmäuse-Abenteuerbücher, mit einem Augenzwinkern beim RUNDSCHAU-Gespräch im Stadtwächterstübchen.

Die 500er-Marke ist bald geknackt. Nach gut 400 Exemplaren des 2012 erschienenen Kinderbuches "Piepsi - Abenteuer einer Kirchenmaus" hat die im Dezember 2013 herausgegebene Fortsetzung der historischen Abenteuergeschichten von "Piepsi" noch zu Weihnachten Einzug bei zahlreichen Familien gehalten.

Lese- und Geschichtsbuch

Inzwischen macht auch das zweite Kinderbuch aus der Feder des Gubener Stadthistorikers und Verlegers Andreas Peter Schule. Frank Müller, Leiter der Friedensschule in Guben, hat umgehend einen ganzen Klassensatz von Piepsis neuen Abenteuern bestellt. Das erste Piepsi-Buch ist bereits gründlich durchgeschmökert worden von Schülern und Lehrern der Grundschule. "Das hat uns gefallen, weil es sich mit Gubener Heimatgeschichte befasst und Kindern die Geschichte von Guben auf andere Weise nahebringt", sagt Müller. "Deshalb haben wir auch umgehend vom zweiten Teil einen ganzen Klassensatz bestellt." Der kommt im Deutschunterricht am Ende der 2. Klasse und in den 3. Klassen als Lesebuch auf die Schulbank. Die Mädchen und Jungen der Klassenstufen 4 und 5 wiederum machen im Sachkunde- und im Geschichtsbereich mit "Piepsi" Bekanntschaft.

Andreas Peter hat sein Märchenbuch allen "kleinen Gubener Mäusen" gewidmet, "die unsere Welt auf ihre eigene Art und Weise für sich entdecken". Eine der jüngsten "Mäuse", die mit Piepsi und ihren neuen Abenteuern Bekanntschaft gemacht haben - und das schon bei der Entstehung der Zeichnungen zu den beiden Abenteuerbüchern - war Frieda (5), die älteste Tochter von Heike Clodius.

Die Schulsozialarbeiterin hat in ihrer Freizeit das Bild von Piepsi entworfen und deren Abenteuergeschichten mit sympathisch-frechen Charakteren illustriert.

Für Piepsis neue Abenteuer hat Heike Clodius sogar Mann und Mäuse (beide Töchter) in Bewegung gesetzt, um den Schauplatz Bärenklau mit der 1000-jährigen Eiche zu erobern - bei einem Fahrradausflug mit der Familie.

Die gebürtige Rostockerin ist zwar gerne und viel in der Natur unterwegs, aber jede Ecke der schönen Gubener Wahlheimat kennt sie noch nicht. "Durch die Bücher von Andreas Peter fühle ich mich hier besser verortet", sagt die Wahl-Gubenerin. Seit 1999 lebt sie in der Neißestadt und ist hier in der Jugendarbeit aktiv. Peter Stephan wiederum ist der erste Kritiker der Zeichnungen von Heike Clodius, seiner Lebensgefährtin. "Ein Peter ist immer dabei", sagt Heike Clodius und schmunzelt, denn neben ihrem persönlichen Kritiker hat natürlich das Wort von Andreas Peter als Autor und Verleger Gewicht. Und der wiederum ist sehr zufrieden, hat er doch Heike Clodius als Illustratorin ausgewählt, eben weil sie sehr kreativ ist. "Mir ging es nicht um originalgetreue Darstellungen, sondern um Zeichnungen, die die Fantasie der Kinder anregen", sagt er.

Heike Clodius hat sich dafür nicht nur zu Original-Schauplätzen und ins Internet begeben, sondern auch Originale studiert wie ein altes Grammofon mit Schellack-Platten, das bei der Vorstellung des Gubener Heimatkalenders zum Einsatz kam - und dann aus der Mäuse-Perspektive gezeichnet. Das erste Bild für das neue Abenteuerbuch war das vom Grammofon in der Geschichte vom Mäuseballett bei der Baumblüte. Das letzte Bild war und ist immer das Cover. Das zeigt diesmal "Falco", den Turmfalken und neuen Freund von "Piepsi".

Raubvogel auf dem Cover

Dass der eigentlich eher bräunlich gezeichnete Turmfalke mehr rötlich erscheint, erklärt Andreas Peter ehrlicherweise mit dem Druck - "auch Verleger lernen immer wieder dazu" - und mit dem Feuerwerk, das bis in die Turmspitze der katholischen Kirche hinein leuchtet, von wo es sich Falco und Piepsi anschauen.

Für die Kinder wird so schon das Buch-Cover zu einem kleinen Wissens- beziehungsweise Aufmerksamkeitstest. Während zum Beispiel die zweijährige Hilde auf den ersten Blick einen Papagei zu erkennen glaubt, weiß ihre fünfjährige Schwester Frieda natürlich, dass es ein Raubvogel ist. Woran sie das erkennt? "An der Lederkappe auf dem Kopf."