„Um Gottes Willen!“ , dies sei Ilona Neugebauers erster Gedanke gewesen, als sie erfuhr, dass sie als ABM-Kraft für ein Jahr die Ausstellung zum 75-jährigen Bestehen des Spremberger Wasserwerkes mit organisieren soll (die RUNDSCHAU berichtete). „Am Computer mit Grafikprogrammen zu arbeiten, das traute ich mir erst nicht zu“ , berichtet sie.
Jetzt, nach einem Jahr denkt Ilona Neugebauer ganz anders. „Ich habe viel gelernt“ , sagt sie mit Blick auf die zahlreichen Anschauungstafeln, für die sie und Simone Wende recherchiert und die Informationen grafisch umgesetzt haben. Da wäre zum Beispiel ein aktueller Stadtplan von Spremberg, auf dem alle noch heute bestehenden Zierbrunnen in der Stadt eingetragen sind. Erkundet haben die Brunnen-Standorte Ilona Neugebauer und Simone Wende zu Fuß. „Wir sind sogar mal im Schneesturm zum Stadtpark gelaufen, um den Brunnen dort zu finden.“
Inspiriert vom Forschergeist der beiden Frauen, bastelten die vier Männer der ABM, Projektleiter Rüdiger Schöne, Rolf Hussock, Uwe Fritschke und Erhard Hypko, sogar ein Model des Zierbrunnens, der nahe der Spremberger Polizeistation langsam verfällt. „Das Modell dient zum einen als Spendenkasse in der Wasserwerk-Ausstellung und es soll außerdem auf den Verfall des Brunnens aufmerksam machen“ , sagt Rolf Hussock. Er und die anderen drei Männer waren im ABM-Jahr hauptsächlich mit der Aufarbeitung technischer Ausstellungsstücke und anderen handwerklichen Aufgaben beschäftigt.

Nachlass für künftige Generationen
Bernd Schmied würdigt die Arbeit der sechs ABMler als „sehr wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit des SWAZ“ und als Beitrag, „auch künftigen Generationen das Thema Wasser in Spremberg nahezubringen“ . Ohne diese AB-Maßnahme hätte der SWAZ nie die Ausstellung im Wasserwerk und die Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des Klärwerkes auf die Beine stellen können, so Schmieds Fazit.
Um so mehr hofft der SWAZ-Geschäftsführer, „dass es vielleicht noch einmal eine solche Maßnahme gibt“ . Als Thema könne er sich die gesamte Abwasser-Geschichte in Spremberg vorstellen. „Dazu gibt es sicher auch einiges in den Archiven zu finden.“ Erste Funde hätten Ilona Neugebauer und Simone Wende bereits gemacht. „Darauf könnte man aufbauen“ , richtete sich Schmied mit einem hoffnungsvollen Augenzwinkern an Wolfgang Seeck, Geschäftsführer der Qualifizierungs- und Strukturanpassungsgesellschaft in Döbern, über die die ABM gelaufen war, sowie an den Leiter der Spremberger Agentur für Arbeit, Bernhard Schmitz.

Chance für Schwerbehinderte
„Sinnvolll“ und „beeindruckend“ , mit diesen Worten fasste Wolfgang Seeck die vergangene ABM, die ausschließlich auf Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen ausgerichtet war, zusammen. Bernhard Schmitz machte seine Hoffnung deutlich, „dass die Fähigkeiten, die sich die sechs Mitarbeiter in diesem Jahr angeeignet haben, vielleicht trotz der Schwerbehinderung auf dem Arbeitsmarkt Früchte tragen“ . Der Abschied falle ihr schwer, sagte Simone Wende am Mittwoch. „Es war eine tolle Zusammenarbeit“ , sprach sie auch den anderen ABM-Kräften aus dem Herzen.

Zum Thema Wie es weiter geht
 Seit September läuft im Wasserwerk die vierte ABM mit vier Mitarbeitern und einem Biologen aus Forst. Dabei soll das Feuchtgebiet in den Slamener Kuthen erforscht sowie erfasst und auf einem Naturlehrpfad dargestellt werden.