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Mit dem Feuerwehr-Oldi zum letzten Arbeitstag

An seinem letzten Arbeitstag wurde Lothar Hopka (l.) von Rainer Mixdorf mit dem alten Feuerwehr-Trabi aus seinem Heimatort Terpe abgeholt.
An seinem letzten Arbeitstag wurde Lothar Hopka (l.) von Rainer Mixdorf mit dem alten Feuerwehr-Trabi aus seinem Heimatort Terpe abgeholt. FOTO: mat1
Schwarze Pumpe. Lothar Hopka aus Terpe wurde am Donnerstag in Schwarze Pumpe nach 47 Dienstjahren in verschiedenen Bereichen der Feuerwehr verabschiedet. Martina Arlt / mat1

Etwas Wehmut kam dann doch am letzten Arbeitstag von Lothar Hopka auf, der nach 47 Dienstjahren in den wohl verdienten Ruhestand geht. Dabei war er in mehreren Arbeitsrevieren im Bereich Feuerwehr und Brandschutz tätig. Seit 2004 hat er die Feuerwache Mitte geleitet, zu der die Hauptfeuerwache Schwarze Pumpe und die Feuerwehr Welzow-Süd gehören.

Lothar Hopka wurde am Donnerstag mit drei historischen Fahrzeugen an seinem Wohngrundstück abgeholt. So machten sich morgens gegen sechs Uhr Wolfgang Belka, Rainer Mixdorf und Christian Kucher mit den roten Oldies auf den Weg nach Terpe. Der Feuerwehrchef und seine Frau Anita konnten es kaum fassen. So wurde Lothar Hopka diesmal mit dem Trabi zu seiner Arbeitsstelle chauffiert, wo bereits seine Mitarbeiter die Ehrengarnitur mit Koppel und Silberhelm angelegt hatten und Spalier standen, um den zukünftigen Ruheständler zu seinem letzten Arbeitsgang zu begleiteten.

"Diesen Trabi hatte ich zur Wendezeit noch gerettet. Sonst hätten wir dieses Kult-Auto nicht besessen. Historische Feuerwehrfahrzeuge machen immer etwas her, und auch der Trabi zieht die Blicke auf sich", so Lothar Hopka.

Der 63-Jährige erinnert sich noch gut, wie seine Feuerwehrlaufbahn begann. Er lernte im Kraftwerk Lauta, sein Berufswunsch war Elektromonteur mit Abitur. Sein Ziel war es, Elektrotechnik zu studieren. Doch manchmal kommt es im Leben etwas anders. Es gab Gespräche in Richtung Feuerwehrtätigkeit. So wurde Lothar Hopka 1973 von der Lehre freigesprochen, gleich am Montag darauf ging es in die Feuerwehrschule nach Nardt. Es folgte ein vierjähriges Studium an der Hochschule Magdeburg.

Danach übernahm er einen Job in der Abteilung Feuerwehr der Bezirksbehörde der Polizei in Cottbus als Sachverständiger für Brandursachenermittlung, wo er auch für fünf Jahre blieb. Da die Kohle immer mehr an Bedeutung gewann, wurde der Feuerwehrmann 1983 stellvertretender Leiter der Betriebs-Feuerwehr-Abteilung Schwarze Pumpe. Er zog mit seiner Familie nach Terpe, und die Arbeitsstelle war gut mit dem Fahrrad zu erreichen. "Damals war ich in sieben Minuten auf Arbeit. Ich bin immer diese Drei-Kilometer-Strecke gesprintet, auch bei minus 15 bis 20 Grad", so Hopka.

An ein Erlebnis erinnert sich der Feuerwehrchef besonders: "Das war 1978. Es gab einen Brand in der Brikettfabrik Plessa, eine Explosion, wir wurden alarmiert. Wir machten uns mit dem B 1000 auf den Weg. Es stellte sich heraus, dass es vier Tote gab und dafür "höhere Stellen" zuständig waren. So machten wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg nach Cottbus." Auch zu Scheunenbränden, Bränden in der Glasindustrie Welzow, Weißwasser oder auch zu einem Großbrand im Spremberger Sprela-Werk wurde er gerufen. Für technische Dinge war Lothar Hopka schon immer zu haben. So stellte er an einem Institut für Feuerwehr bei Magdeburg Untersuchungen an Kabeln an und beschäftigte sich mit deren Entzündbarkeit und Brennbarkeit. Diese wichtigen Erkenntnisse flossen dann sogar in eine Doktorarbeit ein.

Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört Lothar Hopka der freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort an. Mit großem Engagement leitete er im Rahmen seiner Feuerwehrtätigkeit in den vergangenen Jahren die Geschicke in Schwarze Pumpe und Welzow-Süd mit. "Mir war es auch immer sehr wichtig, dass die Feuerwehrleute mit optimaler Kleidung ausgestattet waren und wir über modernste Technik verfügen. Die Sicherheit für unsere Kameraden stand immer an vorderster Stelle. Aber auch die Kohleproduktion musste laufen. So hatten wir immer ein offenes Ohr, wenn es galt, mit unseren modernen Gerätschaften die Kohleproduktion zu unterstützen, wenn es notwendig war", so Lothar Hopka.

Heute nehmen die Kameraden neben der Brandbekämpfung Aufgaben wie Pump- und Sägearbeiten, Höhenrettungsdienst sowie das Beseitigen von Sturmschäden und Ölspuren wahr, übernehmen Taucheinsätze, stellen Brandschutzposten oder legen Schaumdecken bei Schweißarbeiten. Das Aufgabenfeld ist für die Feuerwehrleute groß, die ihren 24-Stunden-Dienst absolvieren. Den Job von Lothar Hopka wird künftig Edgar Maetschke übernehmen, für dessen Aufgaben wiederum Lars Mudra zuständig sein wird.

"Mein Berufsleben war eine schöne Zeit. Anfang August werde ich meinen Abschied mit meinen Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten feiern", so Hopka. Auf jeden Fall freut sich der künftige Rentner nun auf die kommende Zeit. Und da liegt einiges an: Zu Hause will er zuerst ein neues Heizhaus bauen. Er ist Vorsitzender des Heimatvereins Terpe und auch bei den Handdruckspritzenwettbewerben seiner freiwilligen Feuerwehr will er dabei sein. Außerdem spielt er sonntags Fußball bei den "Sabrodter Wölfen" und auch mit seinen Enkelkindern Leopold (6) und Franz (3) ist er zweimal wöchentlich in Richtung Fußballplatz Spremberg unterwegs. Nicht zuletzt gehört Lothar Hopka zum Terpschen Freundeskreis, der sich seit vier Jahren der Rinderzucht verschrieben hat. Im September geht es dann erst einmal mit seinem Nachbarn Joachim Klammer und den Frauen mit dem Motorrad durch die Alpen. Hopkas reisen mit Freunden und Bekannten immer wieder gern nach Südtirol.