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Tauer
Mit Buchensaat um den Kleinsee

Kinder der Mosaik-Grundschule Peitz haben am Tag des Waldes Buchensamen am Kleinsee in die Erde gebracht. Auch Landrat Harald Altekrüger schaute vorbei.
Kinder der Mosaik-Grundschule Peitz haben am Tag des Waldes Buchensamen am Kleinsee in die Erde gebracht. Auch Landrat Harald Altekrüger schaute vorbei. FOTO: Ute Richter
Tauer. Die Stöckchen der Kinder erinnern an Schnabel des Eichelhähers.

Den Internationalen Tag des Waldes unter dem Motto „Wir säen Zukunft“ hat in dieser Woche der Landesbetrieb Forst Brandenburg mit einer groß angelegten Verjüngungsaktion begangen. Auch die Waldschule am Kleinsee beteiligte sich daran. Denn spätestens wenn die letzten Schneereste getaut sind und die ersten Sonnenstrahlen auf den Boden treffen, herrscht im Wald eine Aufbruchstimmung. Die Pflanzen- und Tierwelt erwacht. An den Bäumen sprießen die Knospen. Doch Wälder auf der ganzen Welt sind bedrohte Lebensräume. Daran wird am Tag des Waldes erinnert, und mit verschiedenen Aktionen soll der Gefahr entgegengewirkt werden.

In der Waldschule Kleinsee, die zur Oberförsterei Cottbus unter der Leitung von Siegfried Lüdecke gehört, hatten sich die Mädchen und Jungen der dritten Klasse der Mosaik-Grundschule aus Peitz bereit erklärt, gemeinsam mit Waldschulleiter Alf Pommerenke am diesjährigen Tag des Waldes Buchen zu säen. Auch Landrat Harald Altekrüger (CDU) schaute vorbei und half mit. „Eigentlich wollten wir Eichelsaat in die Erde bringen, doch nach dem extremen Frost im vergangenen Jahr gab es im Herbst kaum Eicheln und somit kein frisches Saatgut“, so der Waldschulleiter. Nun bohrten die Grundschüler mit den von der Waldschule vorbereiteten Haselnussstöcken kleine Löcher in den Boden, um die Buchensaat einzubringen. „Die Spitzen der Stöcke sind dem Schnabel des Eichelhähers nachempfunden, der in der Natur für die Löcher zuständig ist“, so Alf Pommerenke. Der Eichelhäher ist übrigens auch die Symbolfigur des Landesbetriebes Forst Brandenburg.

Unter einer zurück gebauten Stromtrasse wurde durch die Kinder die nächste Generation Wald in die Erde gebracht. Nach einer Wanderung vom Bus zur Waldschule und einem gemeinsamen Picknick machten sich die Mädchen und Jungen in Zweiergruppen mit zwei Händen voll Buchensamen auf den Weg ins Umfeld des Kleinsees. „Wir machen das, um schon den Kindern zu demonstrieren, dass die Flächen, die von Menschen genutzt werden, wieder hergestellt werden müssen“, erklärt Alf Pommerenke.

Die Samen sind zertifiziertes und anerkanntes Saatgut von der Landesbaumschule Lübbesee bei Templin. In 21 Oberförstereien wurden insgesamt 2,5 Millionen Bucheckern in brandenburgischen Wäldern gesät. Deutschland zählt zu den waldreichsten Ländern Europas, denn knapp ein Drittel der Fläche ist mit Wald bedeckt. Von den 11,4 Millionen Hektar Waldfläche sind 48 Prozent in Privatbesitz, den sich zwei Millionen Besitzer teilen. Der Schutz der Wälder spielt eine wichtige Rolle. 47 Prozent der Wälder sind ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, 38 Prozent sind Naturparks. Weltweit gibt es etwa vier Milliarden Hektar Wald, das bedeutet 31 Prozent der Landfläche sind mit Bäumen bedeckt. Mehr als die Hälfte liegen in Russland, Brasilien, Kanada, in den USA und in China.

In Deutschland wachsen über 90 Milliarden Bäume. Am häufigsten sind es Nadelbäume, vor allem Fichten und Kiefern. Den „Tag des Waldes" hat die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) in den 1970er Jahren ins Leben gerufen. Neben Mutter Natur sind auch strenge Standards der Waldschutzorganisation PEFC für die Lebendigkeit und den Artenreichtum im Frühjahr verantwortlich, denn etwa 70 Prozent der Waldflächen werden nachhaltig bewirtschaftet.

Die Waldschutzorganisation gibt Regeln für den schonenden Umgang mit dem Wald vor und achtet darauf, dass ein bewirtschafteter Wald ein wertvoller Lebensraum für die Pflanzen und die Tiere bleibt. Der Forst ist ein wichtiger Klimaspeicher und -filter. Wälder sind Erholungsorte, aber eben auch oft ein bedrohter Lebensraum. Ohne sie wäre das Überleben für Menschen und Tiere kaum möglich. Umso wichtiger seien Aktionen wie die am „Tag des Waldes“, erklärte Alf Pommerenke den Kindern. In etwa sechs Wochen werde er die Stellen der Ansaaten kontrolliert. „Ich werde den Schülern Bericht erstatten, ob ihre Arbeit Früchte trägt“, verspricht der Waldschulleiter.