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Mit 10 Euro wären die Vereine dabei

Hand is holding a ten euro note. Isolated on the white background.
Hand is holding a ten euro note. Isolated on the white background. FOTO: (84833714)
Spremberg. Fast jeder vierte Einwohner von Spremberg trainiert in einem Sportverein: Sie alle betrifft die Diskussion um die Förderrichtlinie, die künftig einen monatlichen Mindestbeitrag für Mitglieder enthalten soll. René Wappler

Ein Mindestbeitrag von 10 Euro pro Mitglied könnte die Arbeit der Spremberger Sportvereine absichern. So lautet ein Vorschlag der Spremberger CDU-Fraktion, der auf Zuspruch im Bildungsausschuss trifft. Eine öffentliche Diskussion darüber soll am Donnerstag der nächsten Woche um 17 Uhr im Bootshaus am Weißen Wehr stattfinden.

Die Idee zu diesem Forum hatte der Stadtverordnete Benjamin Schorg (Die nächste Generation) ins Spiel gebracht. Ihm stimmt Peter Reininger von der CDU-Fraktion zu: So ergebe sich die Chance zu erfahren, ob die Vereinsmitglieder mit der Förderrichtlinie zufrieden sind - und ob sie sich mit eigenen Ideen tragen.

Der Fachbereichsleiter im Rathaus, Frank Kulik, gibt unterdessen zu bedenken, dass der vorgeschlagene Mindestbeitrag nicht das Problem sei: Nach seinen Worten erheben ihn die Vereine, die eine Personalkostenförderung erhalten, ohnehin schon. Vielmehr lasse sich so auch gegenüber anderen Vereinen besser darstellen, dass ein Mitgliedsbeitrag ihr Potenzial stärkt.

Der Bildungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Dieter Peters (Vereinte Wählergruppen) plädiert ebenfalls für den Mindestbeitrag von 10 Euro als Bedingung, wenn Vereine von der Förderrichtlinie profitieren wollen. "Der finanzielle Spielraum der Kommune wird immer kleiner", sagt er. "Wenn wir nicht handeln, geraten wir in eine Schieflage."

Die Hälfte aller Sportvereine in Deutschland verlangt einen monatlichen Mitgliedsbeitrag für Kinder von bis zu 2,50 Euro, für Jugendliche von maximal 3,10 Euro und für Erwachsene von 6,20 Euro. Das geht aus dem Entwicklungsbericht hervor, den der Deutsche Olympische Sportbund gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und der Deutschen Sporthochschule in Köln herausgibt. Die höchsten Einnahmen generieren die Sportvereine in Deutschland demnach aus Mitgliedsbeiträgen. Als weitere Finanzquellen folgen Spenden, Zuschüsse aus der Sportförderung des Kreises, der Stadt oder der Gemeinde sowie aus selbst betriebenen Gaststätten und Sportveranstaltungen.

So bezeichnet auch der Spremberger Bildungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Dieter Peters den Mitgliedsbeitrag als Grundlage der Vereinsarbeit. Eine Studie der Körber-Stiftung aus dem Jahr 2015 unterstützt seine Position: Mitgliedsbeiträge seien "mit Abstand die wichtigste Einnahmequelle" für Vereine in der Bundesrepublik. 84 Prozent der Organisationen erheben sie demnach, für jede dritte gelten sie als Haupteinnahmequelle - was bei Sport und Freizeit sogar für jeden zweiten Verein zutrifft. Schließlich helfen sie den Vereinen bei der Planung, während sich die Höhe von Spendeneinnahmen eher schwer langfristig einschätzen lässt. Dennoch finanziert sich nur jede zehnte Organisation ausschließlich über Mitgliedsbeiträge. "Aber auch öffentliche Mittel sind zunehmend schlecht zu kalkulieren", heißt es in der Studie der Körber-Stiftung. In Spremberg beantragten die Vereine für 2016 knapp 178 500 Euro an Förderung, wovon sie nur um die 88 000 Euro erhalten werden.

Noch ein bedenklicher Faktor kommt hinzu. Laut Rathaus ist die Zahl der Mitglieder in Sportvereinen von 4808 im Jahr 2014 auf 4692 im Jahr 2015 gesunken. Der Bildungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Dieter Peters sagt dazu: "Ich glaube, dass künftig mehr Vereine fusionieren werden.

Eins bleibt uns bei allen Diskussionen wichtig: Kein Verein in der Stadt darf kaputtgehen."

Zum Thema:
Am öffentlichen Gespräch über die künftige Vereinsförderung nehmen am Donnerstag, 13. Oktober, um 17 Uhr im Kanu-Bootshaus am Weißen Wehr Vertreter des Kreissportbundes teil, Mitarbeiter des Rathauses und Mitglieder des Bildungsausschusses. Für Fragen rund um ehrenamtliche Arbeit in Spremberg steht der Bildungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Dieter Peters unter Telefon 03563 9895591 zur Verfügung.