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| 02:36 Uhr

Minister gibt vage Eisen-Prognose

So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt.
So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt. FOTO: Landesbergamt
Spremberg/Potsdam. Eine vorsichtige Prognose zum Eisengehalt der Spree in der Spremberger Region wagt die Landesregierung: Die Konzentration des Stoffes soll in den nächsten fünf bis acht Jahren "maximal" um die Hälfte sinken. Auch zu den Folgen für den Spreewald äußert sich das Brandenburgische Umweltministerium. René Wappler

Spremberg steckt in der Klemme - jedenfalls beim Problem der eisenhaltigen Spree. Von Süden her strömt das belastete Wasser durch die Stadt. Im Norden setzt sich das Eisenhydroxid an der Talsperre ab.

Während sich die Einwohner von Spremberg über den braungefärbten Fluss ärgern, fragen die Mitglieder von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen im Spreewald, inwieweit die Talsperre bei einem Hochwasser das Eisenhydroxid zurückhalten kann: So erleben es die Abgeordneten der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, weshalb sie bei der Landesregierung zu den möglichen Folgen eines solchen Szenarios für die Lausitz nachforschen.

Täglich erreichen im Durchschnitt 5000 Kilogramm Eisenhydroxid die Vorsperre bei Bühlow: Das teilt Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) mit. Als Quelle benennt er das Gebiet der Spreewitzer Rinne im Freistaat Sachsen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet nach seinen Worten daran, den Gehalt an Eisenhydroxid um die Hälfte zu verringern. Allerdings könne sich der Wert auch noch verändern. Denn der Grundwasseranstieg aufgrund des Bergbaus sei noch nicht abgeschlossen.

Einige Fragen bleiben jedoch offen. So fehlen der Landesregierung Erkenntnisse zur Frage, wie lange die Hauptsperre ohne Ausbaggern Eisenhydroxid aufnehmen kann. Darauf haben nach Auskunft des Umweltministers mehrere Faktoren Einfluss: die einstömende Wassermenge, ihre Verteilung in der Hauptsperre und der Wind. Ebenso fehlen Daten, die darauf hinweisen, wie viel Eisenhydroxid täglich in die Hauptsperre gespült wird.

Dennoch spricht Minister Vogelsänger von einer geringen zusätzlichen Gefahr, dass bei einem Hochwasser der bedenkliche Stoff aus der Talsperre austritt und sich stärker in den Fließen des Spreewaldes absetzt. Dieser Schluss lässt sich nach seinen Worten aus dem Hochwasser der Spree im Jahr 2013 ableiten. Damals entstanden allein für die Stadt Spremberg Kosten von mehr als 13 000 Euro. Auf mehr als vier Meter war der Pegel des Flusses gestiegen. Vor allem die Einwohner des Stadtteils Cantdorf litten unter überfluteten Gehöften.

Trotzdem führte das Hochwasser des Jahres 2013 nach Angaben der Landesregierung nicht zu frischen Ablagerungen von Eisenhydroxid im Spreewald. Eine gezielte Suche in mehreren Fließen sei negativ verlaufen.

Das jüngste Ausbaggern der Vorsperre bei Bühlow im Jahr 2012 kostete 6,3 Millionen Euro, finanziert vom Landesamt für Umwelt. Jährlich nimmt sie ungefähr 30 000 Kubikmeter Eisenhydroxid und 20 000 Kubikmeter an Sedimenten auf.

Für das Jahr 2017 ist die nächste Aktion dieser Art geplant. Wirtschaftlich lässt sich das Gemisch aus der Vorsperre allerdings nicht verwerten, wie der Umweltminister in seiner Antwort an die Fraktion der Bündnisgrünen erläutert.

Zum Thema:
Das Aktionsbündnis Klare Spree weist darauf hin, dass der Bund und die Länder im Verwaltungsabkommen für die Jahre 2018 bis 2022 insgesamt 40 Millionen Euro für den Einsatz gegen die Verockerung der Spree bereitstellen wollen. Darüber hinaus fordert das Bündnis finanzielle Rückstellungen durch die Betreiber der aktiven Tagebaue. Dieses Mittel diene als zweite Säule, um den Umgang mit den Folgen des Bergbaus zu finanzieren. Außerdem besteht das Aktionsbündnis auf dem schnellen Fertigstellen des Konzeptes, das der Landtag im Jahr 2015 in Auftrag gegeben hat: Es soll einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, langfristig die Belastung durch Eisenhydroxid in der Lausitz zu senken.