Von Marcel Laggai

Wirtschaftlich, energieeffizient und pflegeleicht, so lässt sich die neue Druckerhöhungsstation in nur drei Worten bezeichnen. Ein Bau, der nur optisch im Schatten der veralteten Station steht, denn technisch ist er auf dem neuesten Stand, wie der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (SWAZ) versichert.

Als Betreiber der neuen Station ließ es sich Bernd Schmied, Verbandsvorsteher des SWAZ, daher nicht nehmen, ein paar Worte an die gut 20 Gäste zu richten: „Mit diesem neuen Objekt setzen wir maßgebliche Standards, und zwar über Jahre hinaus.“ Diesen Worten schließt sich auch Thomas Werner, Baufachbereichsleiter der Stadt Welzow, an, bevor er zusammen mit Andrea Mundt, Leiterin der technischen Dienste beim SWAZ, das Objekt – mit einem symbolischen Schnitt – feierlich einweihte.

Obwohl erst frisch „eröffnet“, erfüllt die Station bereits seit knapp zehn Wochen ihren Dienst, wie Ulf Schorg und Alex Lieschke erklären. Beide sind im Bereich Produktion Trinkwasser beim Verband tätig und sind sichtlich begeistert von dem neuen Objekt. „Die Technik macht es nun möglich, dass die Anlage von überall gesteuert werden kann“, so Lieschke, der zwar früher schon technisch alles aus der Ferne auslesen konnte, die Regler jedoch nur vor Ort bedienen konnte. Und auch so erleichtere die neue Technik vieles, heißt es weiter.

Kein Wunder, ist die alte, benachbarte Druckerhöhungsstation doch bereits knapp 70 Jahre alt und viel zu überdimensioniert. „Durch die damals ansässige Industrie mussten viel mehr Leute versorgt werden und war ein Reinwasserbehälter von 1000 Kubikmeter zum Abfangen von Druckspitzen nötig“, erklärt Schorg und fügt hinzu, „dass derzeit ‚nur’ noch knapp 1200 Haushalte mit 3500 Einwohnern versorgt werden müssten.“ Daher habe sich das Fassungsvermögen auf 500000 Liter halbiert. Um ausreichend Wasserdruck für die Abnehmer gewährleisten zu können, wird in der Station der Druck des ankommenden Wassers, welches aus dem Wasserwerk Tettau kommt, mittels mehrerer moderner Pumpen auf einen Mittelwert von 4,5 Bar erhöht.

Andrea Mundt beziffert die Baukosten der neuen Station auf knapp eine Million Euro – Planung inklusive. Ebenfalls ließ sie nicht unerwähnt, dass das Bauvorhaben mit knapp 190 000 Euro von der Investitionsbank des Landes Brandenburg gefördert wurde, von der ebenfalls Vertreter der feierlichen Zeremonie beiwohnten. Die im Übrigen etwas auf sich warten ließ, wie Andrea Mundt erklärt. Aufgrund der Insolvenz einer beauftragten Baufirma habe sich der Einweihungstermin nämlich ungeplant nach hinten verschoben. „Dabei hat der Bau an sich ja bereits im Herbst 2016 begonnen.“

Am Dienstag schienen die ungeplanten Verzögerungen allerdings vergessen und so nahmen Planer, Förderer, Vertreter der Stadt und Mitarbeiter des SWAZ die Station – unmittelbar nach Einweihung – auch gleich in Augenschein. Wurden dort die sechs modernen Pumpen fachmännisch begutachtet, bekamen Interessierte an anderer Stelle die Funktionsweise einer solchen Station erklärt. Einig war man sich derweil über die Zukunftsfähigkeit der neuen Station.

Für den benachbarten Backsteinbau, der die alte Station beherbergte, gibt es indes keine Zukunft mehr. „Das Objekt ist zur marode und deshalb wird es garantiert abgerissen“, so eine Mitarbeiterin des SWAZ. Bernd Schmied hat bereits bei der Eröffnungsrede die Möglichkeit in Aussicht gestellt, die frei werdende Fläche der Stadt Welzow zur Verfügung zu stellen.