Auch die beliebte Himmelsbäckerei aus Neukirch war darunter zu finden. Schon längst ist Andreas Hultsch mit seiner Spezialität Baumkuchen über die Grenzen hinaus bekannt und gehört in Spremberg zu den Stammgästen des Töpfermarktes. Seit Anfang an sind auch Töpfermeister Udo Hirche aus Sagar mit seinem Feldblumendekor sowie Ines Herack aus Horka mit dabei. In diesem Jahr war die Keramikmeisterin Ines Herack erstmalig mit dem Taiga-Dekor mit Stempeltechnik in Spremberg präsent.

Die Eröffnung des zweitägigen Marktes mit Volksfestcharakter nahmen Toralf Hasse als Chef des City-Werberinges im Postkutscher-Outfit und Töpfermeister Hans Holland aus Elstra vor. Musikalisch begleitet wurde das Fest am vergangenen Wochenende von Bänkelsängerin Inge. Auch das Räuberlager in der Langen Straße mit Hufeisenzielwurf, Räuberhauptmann Lauermann und Akkordeonspieler Werner Jungfer war nicht zu übersehen. Erstmalig machte am Sonntag der Dresdener Peter Till mit seinem Universal-Druckluftorchester in Spremberg auf sich aufmerksam.

Besonders die Töpfer boten ihre handgefertigen Erzeugnisse auf rustikalen Kisten oder alten Wagen an. 150 Strohballen von Landwirt Gisbert Schur aus Cantdorf wurden im Stadtgebiet für die richtige Deko verteilt, um die Gebrauchskeramik ins rechte Licht zu rücken. "Um diese kleinen Strohballen herzustellen, verbrachte ich mit Gisbert Schur noch einmal am Vorabend des Marktes zwei Stunden auf der Cantdorfer Wiese", erzählt Toralf Hasse. Mithilfe einer Strohpresse wurden aus den großen runden Strohballen eben die kleineren gefertigt. "Das war schon erst einmal noch eine Arbeit. Doch was tut man nicht alles, um dem Fest das richtige Flair zu geben", sagt der Werbering-Chef. Freuen würde er sich eigenen Angaben zufolge, wenn die Händler selbt noch mehr in einer Tracht erscheinen würden.

Hunderte Besucher schlenderten durch die Spremberger Innenstadt und fanden das eine oder andere an den Ständen aus der großen Auswahl der Töpferkunst. Auch Katrin Koschker aus Türkendorf geht immer wieder sehr gezielt auf den Spremberger Töpfermarkt und kauft an einem ganz bestimmten Stand: "Mein Dekor ist rot mit weißen fröhlichen Punkten, hier von der Lausitzkeramik Elsterwerda. Davon habe ich schon viele Teile in meiner Küche, und ich finde jedes Jahr etwas Neues dazu."

Die 52-jährige gelernte Keramikmalerin Carola Richter gehört mit ihrem Stand schon viele Jahre zum Spremberger Stadtbild beim Töpfermarkt: "Es kommt jedes Jahr die Stammkundschaft, die ein bestimmtes Dekor im Auge hat, um das eigene Sortiment zu vervollständigen. Doch auch die Nachttöpfe aus Keramik mit Aufschriften zu jedem Jubiläum werden sehr gern gekauft", erzählt sie.

Der Rummel auf dem Markt ließ vor allem die Herzen der Jüngsten höher schlagen. Eine große Menschentraube versammelte sich zu den Modenschauen der Geschäftsinhaber von Spremberg. Auf dem Rainer-Scheudeck-Platz machte sich mit einem großen Kürbismarkt herbstliches Flair breit. Die Besucher bummelten zwischen dem Spremberger Marktplatz und der Berliner Kreuzung und entdeckten immer wieder interessante Angebote, auch für die Kinder. Beim Spielhaus Reuter konnten sie Kürbisse aushöhlen und lustige Gesichter hineinschnitzen.

Zu den kulinarischen Genüssen des Festes gehörten Zwiebelkuchen, Federweißer, Quarkkeulchen, Bowle, Waffeln, Sanddorn-Spezialitäten oder auch Eierlikör "Scharfes Gelb".