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| 20:31 Uhr

Kommentar
Sprembergswilde Jahre

 Annett Igel-Allzeit
Annett Igel-Allzeit FOTO: LR / Sebastian Schubert
In Spremberg steht ein Denkmal für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft jetzt in einer Reihe mit dem Bürgerhaus am Markt. Keiner scheint sie mehr zu mögen, ihre Schäden lösen Häme aus, der Abriss wird empfohlen. Von Annett Igel-Allzeit

Sie verbindet noch mehr: Das Bürgerhaus wurde 2008 eingeweiht, das Denkmal 2009 errichtet. Ein mutiger Hang zum Modernen in Spremberg muss die knappe Entscheidung für sie begünstigt haben. Jawohl, damals hatte Spremberg einen anderen Bürgermeister! Und andere Stadtverordnete, aber nur ein paar. Und sie haben gestritten über Varianten und im Falle des Denkmals sogar über Wörter. Acht Jahre. Trotzdem gibt es im außerordentlichen Bauausschuss keinen Aufschrei, ja, nicht einen Mucks über den Vorschlag, das junge Denkmal abzureißen? Das denkmalpflegerische Gesamtkonzept für den Georgenberg ist riesig. Die Bilder und Pläne erschweren das Ausdrucken. Und der historische Teil lädt zum Festlesen ein. Vielleicht waren viele Abgeordnete noch gar nicht auf Seite 319 angekommen. Oder wird eine alte Fehlentscheidung lieber still hingenommen? Auch das ist wohl Wahlkampf.