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| 16:40 Uhr

Spremberg
Mehrere Erlen mussten weg

Die Stieleiche (l.) hat trotz ihrer Schäden am Stamm den großen Freischnitt am Schloss in Spremberg überlebt.
Die Stieleiche (l.) hat trotz ihrer Schäden am Stamm den großen Freischnitt am Schloss in Spremberg überlebt. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Grün ums Schloss in Spremberg wird umgestaltet. Kurt-Polske-Eiche bekommt neuen Platz.

Auf der Freianlage des Spremberger Schloss röhrt die Motorsäge. Baumstämme werden in transportable Stücke zerlegt. Am Schwanenteich und am Überflutungsgraben an der Straße Am Schweizergarten wachsen die Reisigbündel aus vertrockneten Ästen. Im November hatten der Cottbuser Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann und Grit Gottschling vom Bau- und Planungsamt Spree-Neiße im Spremberger Bauausschuss erläutert, wie das Kulturschloss Spree-Neiße vorm Zuwachsen gerettet werden kann. Der große Freischnitt dieser Tage, so Engelmann, sei ein Mix aus Verkehrssicherungspflicht und ersten Lichtblicken.  

Eine Akazie und ganze Erlengruppen sind verschwunden. Sie waren hohl, standen nicht mehr sicher. Der Wind hatte einst ihren Samen ans Schloss gelegt. Eile ist geboten, denn auch für den Landkreis gilt, dass Sträucher und Bäume ab dem 1. März den Vögeln gehören. Der Landschaftsarchitekt war im Vorjahr mehrmals ums Schloss gestiefelt. Auch kennt er die alten Fotos, auf denen die Schlossfassade weithin sichtbar ist. „Spremberg hat ein tolles Wasserschloss mit Wehrgraben. Aber die Stile der Bauepochen, den feinteiligen Barockgiebel, haben die Besucher im Sommer gar nicht mehr sehen können“, sagt Engelmann.

Eckbert Kwast, Fachleiter des Niederlausitzer Heidemuseums, nickt: „Es soll Touristen gegeben haben, die das Schloss gar nicht mehr gefunden haben.“ Zudem sei das Schlossareal mit dem Schwanenteich eine Parkanlage. Dass viele Jahre versäumt wurde, das Grün auszuästen und zu pflegen, bewiesen die großen Stürme im Vorjahr,

Nicht alle Bäume, an denen der Zahn der Zeit nagt, mussten bereits in den vergangenen Tagen weichen. Die große Stieleiche an der Bank neben der Schlosshofeinfahrt steht noch. „Die Schäden am unteren Stamm hatte die alte Eiche schon, als unser Museum einst ins Schloss einzog“, weiß Eckbert Kwast. Wie lange sie noch stehen kann, müsse untersucht werden. Auch die Kastanie neben dem Haupteingang, an der sich der Efeu bis in die Krone rankt, sei hohl: „Doch hier lassen wir zuerst prüfen, ob noch Fledermäuse drin sind. Das ist nämlich nicht so einfach mit den Tieren: Im Frühjahr kommen die Vögel, um ihre Nester zu bauen. Aber im Winter ruhen gerade in solchen hohlen Bäumen gern Fledermäuse“, erklärt Kwast.

Grundsätzlich sei er erleichtert, dass mit den Fällarbeiten nicht noch ein Jahr gewartet wurde. „Es soll hier niemand zu Schaden kommen.“ Zudem, da ist sich Kwast mit Engelmann einig, könne nun übers Jahr in Ruhe geschaut werden, wo und welche Sträucher gepflanzt werden. Gespräche mit den Naturschützern und den Denkmalschützern stehen noch an. Und ein neuer Platz für die junge Eiche, die für den Spremberger Ehrenbürger Kurt Polske am Ernst-Tschickert-Stein am Schloss gepflanzt worden war, werde sich auch finden, ist Kwast zuversichtlich, Die wurde nicht nur zu dicht an der Muskauer Straße gepflanzt, „sondern sie würde im Laufe ihrer Jahre auch den Blick auf den Turm mit der Uhr verdecken“, erklärt Kwa st.Die Neugestaltung des Grüns auf dem Schlossgelände im Auftrag des Spree-Neiße-Kreises soll sich mindestens vier Jahre hinziehen, so Engelmann.

Der Schwanenteich wiederum ist Areal der Stadt. Nachdem Spremberg die dritte Absage für eine Landesgartenschau hinnehmen musste, hat Stadtplanerin Claudia Wolf den Schwanenteich mit Hoffnung auf Fördermittel ins Teilprogramm „Zukunft Stadtgrün“ eingeordnet und dafür grünes Licht von den Stadtverordneten bekommen. Zur Förderkulisse gehören auch der Stadtpark, die Festwiese, die Freilichtbühne und der Pilz am Slamener Friedhof. Der Schwanenteich, so Gerd Schmiedel, Fachbereichsleiter für Planen und Bauen, soll als erstes Vorhaben im Teilprogramm „Zukunft Stadtgrün“ in Angriff genommen werden.