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Telefon-Hotline
Es kommen mehr Patientinnen mit Krebs in einem frühen Stadium zur Operation

Chefärztin Dipl.-Med. Sabine Manka (r.) während der Sprechstunde mit Schwester Maria Wusk im Spremberger Krankenhaus.
Chefärztin Dipl.-Med. Sabine Manka (r.) während der Sprechstunde mit Schwester Maria Wusk im Spremberger Krankenhaus. FOTO: Krankenhaus Spremberg
Spremberg. Sabine Manka, Chefärztin der Abteilung Gynäkologie des Krankenhauses Spremberg, über die aktuellen Entwicklungen beim Thema Krebs. Am 25. November wird sie bei der Patientenhotline „Krebs“ dabei sein.

Frau Manka, mit welchen Fragen rechnen Sie?

Manka Ich bin zum ersten Mal bei der Patientenhotline dabei, denke aber, dass es ganz sicher viele Fragen zum Mammakarzinom gibt. Brustkrebs ist die bei Frauen häufigste Krebserkrankung. Diagnostik, Operation, Chemotherapie, all das sind Fragen die unsere Patientinnen bewegen.

Es wurde in den vergangenen Jahren sehr für die Früherkennung geworben, ist dadurch eine positive Entwicklung zu verzeichnen?

Manka Es kommen mehr Patientinnen mit Krebs in einem frühen Stadium zur Operation. Das verbessert ihre Heilungsprognose und ist sicher ein Erfolg. Derzeit nehmen 60 bis 65 Prozent der Frauen ab 50 Jahren am Screening teil, ich wünschte mir, dass es noch mehr sind.

Was sind die Hinderungsgründe?

Manka Zum Teil sind es negativ gefärbte Berichte über die Strahlenbelastung, wobei diese bei der Mammografie nicht höher ist als bei einem Interkontinentalflug. Auch fürchten Patientinnen sich vor falschen positiven Befunden. Aber: Gerade die Erkennung von Frühformen ist wichtig, um wirksam zu behandeln und die Beeinträchtigungen für die Frauen gering zu halten. Die Teilnahme am Screening ist dringend zu empfehlen.

Wie groß sind denn die Heilungsaussichten?

Manka Heute können – über alle Stadien hinweg – 80 bis 85 Prozent der Brustkrebspatientinnen geheilt werden. Das war vor ein paar Jahren noch unvorstellbar. Der medizinische Fortschritt auf diesem Gebiet ist enorm. Wir erkennen Veränderungen der Erbinformation in den Zellen und können in der medikamentösen Therapie neue zielgerichtete Substanzen einsetzen. Die Behandlung ist sehr individuell geworden, auch das führt bei den Patientinnen zu vielen Fragen.

Warum beteiligen Sie sich an der Patientenhotline?

Manka Ich möchte das Vertrauen unserer Patientinnen stärken, dass auch wir als kleineres Krankenhaus sie umfassend und leitliniengerecht behandeln. Wir arbeiten mit größeren Einrichtungen zusammen, wenn das erforderlich ist, zum Beispiel bei der Teilnahme an Studien. Unser Plus ist die wohnortnahe Versorgung und die enge Zusammenarbeit mit den onkologischen Schwerpunktpraxen in der Region.

Mit Sabine Manka
sprach Bolko Bouché.