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| 17:12 Uhr

Mehr Hüft-OPs in Spremberg

Damit der Hüftschwung wieder gelingt: Dr. Uwe Zillich im Gespräch mit einem Patienten.
Damit der Hüftschwung wieder gelingt: Dr. Uwe Zillich im Gespräch mit einem Patienten. FOTO: Krankenhaus Spremberg
Spremberg. Das Krankenhaus gehört zu den zwölf zertifizierten Endoprothetikzentren in Brandenburg. Ständig unterzieht sich Chefarzt Uwe Zillich mit seinem Team Qualitätskontrollen. Annett Igel-Allzeit

In jeder Röntgenaufnahme ruht eine kleine Metallkugel. Sie hilft, genau die richtige Größe der Hüftprothese für einen Patienten zu bestimmen. "Sie ist die Vergleichsgröße, die Streichholzschachtel auf dem Bild und hat einen Durchmesser von 25 Millimetern", erklärt Chefarzt Uwe Zillich. Der Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie leitet das Endoprothetikzentrum im Spremberger Krankenhaus. "Von jeder Prothesengröße haben wir stets drei im Lager. Wird eine eingesetzt, läuft die Nachbestellung automatisch."

Zertifizieren lässt sich das Spremberger Krankenhaus die Hüftendoprothetik seit vier Jahren. 2014 wurden 145 Hüftgelenke eingesetzt, ein Jahr später waren es 161, und 2016 wurde mit 206 Hüftoperationen die 200er-Marke überschritten. Darauf steuern Diplom-Mediziner Zillich und sein Cottbuser Kollegen Dr. Martin Zoepp, der jeden Donnerstag seine Patienten im Spremberger Krankenhaus operiert, in diesem Jahr wieder zu. Ende Juni fand bereits die hundertste künstliche Hüfte ihren Träger.

Alles wird sehr genau dokumentiert. Und zur Aufnahme und Vorbereitung der Patienten sind verdammt viele Häkchen zu schreiben. "Aber wir haben uns an diese Kontrolle sehr schnell gewöhnt. Auch wenn sie uns anfangs schon genervt hat, gibt uns das inzwischen ganz viel Sicherheit, macht uns sogar schneller, sodass der Patient nicht so lange in der Narkose bleiben muss."

55 Jahre alt sind die jüngsten Patienten, die eine neue Hüfte brauchen. "Aber auch 90-Jährige operieren wir. Die Ansprüche ans Leben sind gewachsen. Wir werden älter und wollen auch im Alter noch mobil sein. Und schließlich ist Bewegung auch Gesundheit. Wenn einer nur noch im Bett liegen kann, ist er kränker und teurer für Krankenkasse", erklärt der Diplom-Mediziner Uwe Zillich. Etwa ein Drittel der Operierten sind Männer, zwei Drittel Frauen. "Neben der Osteoporose sind es Abnutzungen durch die schwere Arbeit in der Landwirtschaft und im Bergbau in unserer Region."

Auch in der Hüftprothetik hat das minimal-invasive Operieren Einzug gehalten. "Bei uns bedeutet das nicht nur einen kleineren Schnitt und lediglich noch drei Nähte am Ende der OP, sondern wir durchtrennen keinen Muskel." Früher lagen die Patienten nach der Hüftoperation drei Wochen im Krankenhaus, jetzt können sie schon nach sechs bis acht Tagen wieder entlassen werden und in die Reha starten. Auch die drei neuen OP-Säle ermöglichen ein gutes Rotieren aller operierenden Fachabteilungen im Haus. "Zwei Säle, die uns erst nur genehmigt werden sollten, wären zu wenig gewesen", sagt der Chefarzt. Aber abgesehen von möglichst vielen OPs weiß Uwe Zillich, der sich mit seiner Mannschaft auch um Finger, Knien, Zehen, ja, um den gesamten Knochenapparat kümmert, das kleine Krankenhaus, in dem er seit Jahrzehnten arbeitet, sehr zu schätzen. "Man kennt sich unter den Kollegen, kann unkompliziert Absprachen treffen und freut sich, wenn einem in der Stadt Patienten wieder mobiler über den Weg laufen", sagt Uwe Zillich.

Nur die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Orthopäden könnte noch besser werden. Chefarzt Uwe Zillich: "Ideal wäre wirklich, wenn ein Orthopäde ins Medizinische Versorgungszentrum in der Poliklinik einzieht."