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| 15:54 Uhr

Spremberg
Mehr Geld fürs „Bergschlösschen“

Spremberg. Stiftung SPI überzeugt Sprembergs Stadtverwaltung mit Tarifanpassung.

Die Stiftung SPI, Träger des Mehrgenerationenzentrums „Bergschlösschen“, fordert einen größeren Zuschuss von der Stadt Spremberg.  Wie Stefan Zaborowski, stellvertretender Direktor des Sozialpädagogischen Institut (SPI) „Walter May“ und Leiter für den Beschäftsbereich Süd-Ost, dem Spremberger Bildungsausschuss erläuterte, seien seine Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren und höhere Einnahmen zu erzielen, „nunmehr erschöpft.“ 2018 läuft der aktuelle Betreibervertrag – ein Übergangsvertrag für zwei Jahre – aus. Für 2019 bis Ende 2023 wünscht er sich einen Zuschuss von 215 000 Euro. Die Stadt will ihm teilweise entgegenkommen.

2001 war das „Bergschlösschen“ vom städtischen an den freien Träger gegangen. Als Pacht zahlte das SPI 2017 für „Bergschlösschen“  und Ferienobjekt am Felixsee 30 925 Euro an die Stadt. Mit den Betreiberverträgen wiederum werden Zuschüsse der Stadt für maximal fünf Jahre festgeschrieben. Lag der Zuschuss laut Stefan Zaborowski im ersten Jahr noch bei 253 564 Euro, sei der Betrag bis 2008 von der Stadt kontinuierlich gesenkt worden. Ab 2009 blieb der Zuschuss stabil bei 193 925 Euro. Dass das nun angesichts der Tarifanpassungen nicht mehr genüge, könne die Stadtverwaltung nachvollziehen. „Aus dem aktuellen Zuschuss der Stadt“, so Sachgebietsleiter Frank Kulik, „fließen rund 131 000 Euro in die Personalkosten für zweieinhalb Stellen und knapp 63 000 Euro in die Bewirtschaftungskosten des Hauses.“

Bezahlt werden die Mitarbeiter aktuell nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst aus dem Jahr 2015. Mit dem Tarifabschluss 2018 erhöhen sich die Personalkosten ab 2019 um 27 000 Euro. „Einen Teil des Differenzbetrages“, so Frank Kulik, „erwirtschaftet die Stiftung selbst. Wir wollen aber auch die mögliche Tarifsteigerung ab 2020 berücksichtigen.“

Nach Gesprächen mit der SPI will die Verwaltung 2019 den Personalkostenzuschuss auf 158 000 Euro erhöhen, den Zuschuss zur Bewirtschafttung jedoch um 11 000 auf 52 000 Euro senken – womit der Gesamtzuschuss bei 210 000 Euro liegen dürfte, wenn das die Stadtverordneten am 4. Juli beschließen. Bürgermeisterin Christine Herntier soll ermächtigt werden,  den Personalkostenzuschuss ab 2020 an die Tarifentwicklung anzupassen.    

Stefan Zaborowski und Sprembergs Standortleiterin Birgit Kamenz erläuterten die Entwicklung vom Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche zum Mehrgenerationenhaus. Im Mai 2013 wurde das „Bergschlösschen“ als kreisweites Mehrgenerationenzentrum anerkannt, 2017 kam das Haus ins Bundesprogramm der Mehrgenerationenhäuser. „Vom Säugling in der Eltern-Kind-Gruppe bis zum Senior beim Tanz-Kaffee kommen alle Generationen zu uns“, sagt Birgit Kamenz. Hier werden die Jugendfeiern organisiert, Spieletage, ein Ferienprogramm. Kabarett und Karneval holt das Team ins Haus. Die Arbeitsgemeinschaften sind oft offen für alle Altersgruppen. Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte werden integriert. Für Menschen mit Handicap ist das Bergschlösschen seit dem Umbau mit der Stadt barrierefrei erreichbar. Am 21. Juni eröffnet Sprembergs Seniorenbeirat die Brandenburgische Seniorenwoche hier. Kleinere Gruppen wie der Lausitziale-Verein fühlen sich in der Lounge wohl. Die Besucherzahl kletterte in den Jahren 2014 bis 2017 von 33 773 auf 34 878 Gäste.

Die rund 2600 Besucher pro Jahr im sanierungsbedürftigen Ferienobjekt Bohsdorf tauchen in der Statistik für die Stadtverwaltung ab 2018 samt Aufwendungen und Gebühren nicht mehr auf. Offiziell wurde das Objekt im November 2017 geschlossen. Eine Online-Petition zum Erhalt signalisiert der Stadt, sich mit der Stiftung dazu erneut an den Tisch zu setzen. Ein Verhandlungsergebnis liegt offiziell noch nicht vor. Interne Feriencamps sind nach einer Ausnahmegenehmigung in diesem Sommer trotzdem geplant. Die nötige Sanierung des Objektes könnte im kommenden Jahr laufen – wenn ein Fördertopf gefunden wird.