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| 20:10 Uhr

Jede Sammlung hat ihre eigene Geschichte
Mit kleinen Münzen durch die große Welt

 Der Cottbuser Münzfreund Alexander Miller (r.) hatte die neue Gedenkmedaille mitgebracht, Peter-Georg Thiemschmidt (l.) aus Spremberg, sicherte sie sich die Prägung mit dem Postkutscher sofort.
Der Cottbuser Münzfreund Alexander Miller (r.) hatte die neue Gedenkmedaille mitgebracht, Peter-Georg Thiemschmidt (l.) aus Spremberg, sicherte sie sich die Prägung mit dem Postkutscher sofort. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Mehr als 50 Sammler besuchen Münzbörse der Spremberger Numismatiker. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) In den Räumen des Kulturbundes liegt jede Menge Bares auf dem Tisch. Die Fachgruppe der Numismatiker, der Münzkundigen, hat zur Sammlerbörse eingeladen. Peter-Georg Thiemschmidt hatte als 16-Jähriger begonnen, Kleingeld aus sozialistischen Staaten zu sammeln. „Heute bin ich 60“, sagt er. Mit dem Kleingeld erschloss er sich die Welt. Eine große Weltkarte gehört zur Leidenschaft. Und er freut sich über jeden Ausländer, der über seine Sammlung schaut und bestätigt, dass er aus Dänemark oder dem Iran alle Münzen komplett hat.

Ein besonderes Kapitel der Geschichte erschloss sich Göran Havenstein mit Gefängnisgeld und Zahlungsmitteln aus Gefangenenlagern. „Die Deutschen haben das Kriegsgefangenenlager-Geld im Ersten Weltkrieg eingeführt“, weiß er. Doch auch den Franc für deutschen Kriegsgefangene hat er in seinen Alben. Und den grünen 10-Pfennig-Wertgutschein aus DDR-Gefängnissen.    Er hat schon Geschichtsbeiträge dazu geschrieben – obwohl ihm Peter-Michael Diestel, im Kabinett von Lothar de Maizière letzter Minister des Innern der DDR, keine Auskunft über die Wertgutscheine habe geben wollen. „Diestels tschechischer Amtskollege war auskunftsfreudiger“, so Havenstein.

Alexander Miller vom Historischen Heimatverein Cottbus hat eine Jubiläumsmedaille dabei: 25 Jahre Münzfreunde in Cottbus wird in diesem Jahr mit einer Postkutscher-Prägung gefeiert – nach der Postkutscher-Skulptur des Künstlers Christian Uhlig am Stadttor „Lindenpforte“. Auch Spremberg hat solche Prägungen, so Ralf-Peter Tiegs, Vorsitzender des Kulturbundes. Mit Bismarckturm, Kreuzkirche, Räuberhauptmann, Mutter Birnbaum, 100 Jahren 1000-Jahrfeier. Zu 75 Jahren Inflationsbeginn 1994 gab es den Neun-Mark-Notgeldschein – unterzeichnet vom damaligen Bürgermeister Egon Wochatz. Seit 1993 stellt die 1966 gegründete Fachgruppe der Numismatiker Sprembergs Münzgilde, und Peter Kiraj gehört als Münzmeister zu den Originalen.

Trotzdem haben die Numismatiker Nachwuchssorgen. Jeden Montag, 18 Uhr, treffen sie sich beim Kulturbund in der Karl-Marx-Straße.