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| 17:29 Uhr

Spremberg
Manche setzen auf grüne Eier

Museumspädagogin Romy Walther (links) ist zum jährlichen Ostereiermarkt im Spremberger Kulturschloss stets von Kindern „umlagert“, wo sie zur Gestaltung von Ostereiern mit Bossiertechnik einlädt.
Museumspädagogin Romy Walther (links) ist zum jährlichen Ostereiermarkt im Spremberger Kulturschloss stets von Kindern „umlagert“, wo sie zur Gestaltung von Ostereiern mit Bossiertechnik einlädt. FOTO: Martina Arlt
Spremberg. Der Spremberger Ostereiermarkt am Karfreitag ist immer wieder ein Anziehungspunkt.

Ostereier, bemalt in den unterschiedlichen Techniken gab es am Karfreitag im Spremberger Kulturschloss zu bewundern und natürlich zu kaufen. Denn zum 27. Mal fand der traditionelle  Ostereiermarkt des Niederlausitzer Heidemuseums im Schloss statt. Entsprechend ist nicht nur das Organisationsteam um Eckbert Kwast eingespielt, auch jeder Ostereiermaler kennt im Festsaal seinen Stammplatz.

Gleich am Eingang der Tür waren Karfreitag nun Annelies Köpke und Georg Penz aus Lauta mit der besonderen „Kunst am Ei“ vertreten. Die Techniken der Ostermaler aus Sachsen und Brandenburg sind ganz unterschiedlicher Art und begeistern die Besucher. Akribie, Ausdauer und Kreativität sollten die „Eiermaler“ schon mitbringen, wenn sie ihre kleinen Kunstwerke an ihren Ständen präsentieren und Zuhause natürlich Vorarbeit geleistet haben. Kunstmalerei ist eigentlich die Leidenschaft von Georg Penz, der quasi „hobbymäßig“ zum Gestalten von Eiern gekommen ist. „Die sorbischen Ostereier schauten wir uns gern an, doch selbst probierten wir diese Kunst noch nicht aus. Wir gestalten Gänse- und Straußeneier mit Acryl und Öl. Die Eier besorgen wir uns von Höfen aus der Region“, erzählt der 67-Jährige, der mit Annelies Köpke ausschließlich Unikate anbietet mit Motiven wie dem Leuchtturm von Geierswalde, Krabat und der Schwarzen Mühle.

Barbara und Kurt Pluta aus Weißwasser dagegen präsentierten sich in gewohnter Form mit der Kratztechnik. Seit 70 Jahren beschäftigt sich der heute 83-Jährige mit dieser Technik zum Osterfest. In Bautzen konnte er beim Wettbewerb zahlreiche vordere Plätze mit seinen österlichen Raritäten belegen. „Wir färben mit Textilfarben bei 90 Grad. Diese Farben sind lichtecht und verblassen nicht“, erklärt Kurt Pluta. „Die Ideen für die Motive habe ich einfach im Kopf. Ob Ornamente, Tiere, Vögel, Sprüche oder das Muskauer Schloss, die Ideen gehen uns nicht aus. Zu unserem Handwerk kann man Skalpell, Cuttermesser oder Rasiermesser benutzten, Hauptsache guter Stahl.“ Pluta war in diesem Jahr auch in Bautzen, Lübbenau, Hoyerswerda, Schleife, der Messe Dresden und im Museum Ortenburg Bautzen präsent. Doch Plutas geht es nicht unbedingt um den Verkauf, sie möchten mit Leuten ins Gespräch kommen, Spaß haben. Besonders ein Lob von den Besuchern geht herunter wie Öl.

Petra Nakoinz aus Schleife beherrscht seit Jahrzehnten die sorbische Maltechnik aus dem Effeff. Auf ihren Eiern sind Torbögen, die halbe Sonne oder Dreiecke zu entdecken. Dabei zeichnet sie sich auf jeden Fall die erste Linie vor. Sie benutzt oft Eier der Hühnerrasse Marans, wegen der dunkelbraunen Farbe, die schon fast an Schokolade erinnert. Oder von den Araucana-Grünlegern, die für grüne Eier bekannt sind.

Gundula und Friedrich Gottschlich aus Bad Muskau begeisterten die Besucher mit extravaganten Eiern, die mit Blüten, Gräsern und Stroh ein Hingucker sind. Auch Rainer Grosa, Irmgard Kuhlee, Irma Röck und Ines Lückert gehörten in diesem Jahr zum harten Kern unter den Ostereiermalern in Spremberg.

Familie Branzke aus Spremberg bummelte durch die Reihen. Sie kennt diese Traditionen zum Osterfest bestens von der Oma aus Klein Loitz. In Spremberg kauften sie sich nun die passenden Federn, um Zuhause in netter Runde gemeinsam Ostereier zu bemalen. Ihre Kinder Folke und Knud probierten sich schon einmal im Turmzimmer des Schlosses bei Romy Walther beim Ostereierverzieren aus. Alfons Schulze und Ingrid Carl aus Klein Loitz hielten zum Ostereiermarkt eine nette Idee bereit. Sie kreierten eine Tasse mit einem großen Ostereidruck. Auf jeden Fall ein tolles Geschenk zum Fest. Weitere Verkaufs- und Bastelstände trugen zum guten Gelingen des Marktes bei.

(mat)