(ani) Sie ist gerade vom Mähdrescher geklettert. Der Sommerwind hängt in ihren Haaren. Sie ist zufrieden, hat ihre Arbeit geschafft. Ein bisschen Müdigkeit hat ihr die Künstlerin Irmgard Kuhlee in den klugen Blick gezeichnet. Hans-Joachim Zain liebt das Bild der „Mähdrescherfahrerin“. „Diese Frau weiß, was sie will. Und Irmchen hat genau das  eingefangen“, sagt der Spremberger. Mit Eckbert Kwast, Leiter des Niederlausitzer Heidemuseums, hat er  für die Stadt Spremberg Werke aus dem Nachlass von Irmgard Kuhlee ausgesucht.

Nachdem die Malerin vom Groß Buckower See im Dezember 2018 im Alter von 91 Jahren verstorben war, bot die Familie der Stadt an, mehrere Werke zu kaufen. Alle zwölf Bilder und einige Zugaben sind seit Donnerstag im Rathaus-Foyer zu sehen. Und Jürgen Hübner, der als Original Harri Piel die Laudatio zur ersten Postum-Ausstellung hält, ist es wichtig, das mit Humor zu tun: „Sie wäre gern bei uns gewesen. Bestimmt schaut sie – Schulter an Schulter mit Rainer Scheudeck auf einer Wolke – zu.“

In der Vitrine liegen Pinsel, Federn, das Linolschnitt-Set, die Malpalette. Auf einem Gänse-Osterei hatte sie den Teufel gemalt und den Spruch: „Zupf nie dem Teufel am Bart.“ Dass sie das kleine Ausblas-Loch in der Eierschale als Eingang zur Hölle kennzeichnete, war ihr besonderer Humor.

Freunde der Malerin begegnen sich zur Vernissage. Ein reger Austausch beginnt. Ob sich ein Irmchen-Kuhlee-Stammtisch lohnt? Viele, die die Malerin näher kannten. bewahren einen ihrer Sprüche im Herzen. Sigrid Zain zum Beispiel: „So wie im Lenze die Wachtel erfreuet unsern Sinn, ist in so mancher alten Schachtel noch etwas nettes drin.“

Wie Ursula Dunzendorfer mitteilt, wird sich der nächste Literatursalon am 26. Juni, 14 Uhr,  im Kontakt-Café der Volkssolidarität mit Erinnerungen und Geschichten von Irmchen Kuhlee beschäftigen. Die Ausstellung kann im Rathaus bis Ende Juni besichtigt werden.