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| 16:17 Uhr

City-Management Spremberg
Mit Augen-Kontakt und Lehne

 Als Netzwerkerin versteht sich die Spremberger City-Managerin Madlen Schwausch  (Mitte) von Anfang an in ihrer Arbeit. Sie will Unternehmer und Vereine, Jung und Alt zusammenbringen.
Als Netzwerkerin versteht sich die Spremberger City-Managerin Madlen Schwausch (Mitte) von Anfang an in ihrer Arbeit. Sie will Unternehmer und Vereine, Jung und Alt zusammenbringen. FOTO: LR / Horst Schmöche
Madlen Schwausch, seit acht Monaten Sprembergs City-Managerin, spricht im Stadtparlament über ihre Pläne. Und sie bleibt Optimistin. Von und Annett Igel-Allzeit

Sprembergs City-Managerin Madlen Schwausch ist Optimistin. Als der Stadtverordnete Klaus-Dieter Peters (Vereinte Wählergruppen Spremberg) sie fragt, ob sie an alteingefahrene Strukturen stoße, schmunzelt sie. Sie erwarte nicht, dass alle für eine neue Sache sofort brennen. Gut sei, Altes und Neues zu kombinieren. „Alle sind sehr offen, obwohl ich manchmal sicher als kleiner Unruhestifter wahrgenommen werde“, sagt Madlen Schwausch.

Weil sie die braune Spree nicht wegzaubern kann, die Dresdener Straße und die Lange Straße besser verbinden möchte, hat sie Blumenkästen fürs Geländer der Spreebrücke vorgeschlagen. „Daran wird gearbeitet“, versichert sie. Sie will eine Großveranstaltung für die Jugendlichen und eine Gastronomiemeile auf dem Marktplatz.

Die Stadtverwaltung und der Wirtschaftsförderer ASG Spremberg, in dessen Zweigstelle in der Langen Straße sie ihren Schreibtisch hat, geben ihr zunächst fünf Jahre. Ihre Vorhaben dürfen nicht viel kosten. Finanzieren kann sie Projekte aus dem Verfügungsfonds „Einkaufsinnenstadt“. Er setzt sich aus Fördermitteln zum Stadtumbau von Bund, Land und Stadt sowie aus privaten Mitteln wie Spenden und Geld aus der Wirtschaft, von Immobilien- und Standortgemeinschaften zusammen. Der Anteil der privaten Mittel muss mindestens bei 50 Prozent liegen. Das „Entscheidungsgremium“ zum Verfügungsfonds, in dem sie mit sitzt, hatte zum Beispiel im Oktober 2018 über die Schlittschuhbahn auf dem Weihnachtsmarkt entschieden.

Neben den Ideen, die Madlen Schwausch mit Vereinen, Unternehmen, Händlern, Gastronomen und Bürgern entwickelt, hat sie sich auch die Liste der Bürgervorschläge aus dem Ideenwettbewerb 2017 angeschaut. „Da sind gute Vorschläge dabei, die wir nicht unter den Tisch fallen lassen sollten.“ So stehen im aktuellen Arbeitsplan Kinderspiel-Elemente in der Innenstadt, ein Late-Night-Shopping, ein Branchenführer, zusätzliche Attraktionen zu Weihnachtsmarkt und Lichterfesten, das Frühlingsfest, der Töpfermarkt, ein Familienpicknick. „Wo wir Bänke ersetzen oder neu aufstellen, versuchen wir schöne Bänke und moderne Elemente zu finden. Den Ruf einiger Spremberger nach Bänken mit Lehne teile ich, man muss sich mal anlehnen können“, sagt Madlen Schwausch.

Dass das Familienpicknick mit einem „Eye Contact Experience“ geplant wird, macht die Stadtverordnete Sabine Gräfin von Plettenberg (CDU) neugierig. Anders als bei Sprembergs Kultur-Picknick „Weiße Tafel“ ist Quatschen im Augen-Kontakt-Experiment verboten. Einem Fremden minutenlang in die Augen schauen?  Madlen Schwausch gesteht: „Das ist ein bisschen spirituell, stand aber 2017 mit auf der Ideenliste der Spremberger. Wir wollen es ausprobieren.“ Beim Heimatfest zum Beispiel, schlägt sie vor. Damit das keine Single-Börse wird, sondern neugierig macht auf Menschen, an denen man sonst vorbeirennt, will Madlen Schwausch, sich einen der Vereine, die den  spannenden Augenkontakt feiern, an die Seite holen. Anja Kießlich, die die Idee einst einbrachte, habe zu solchen Gruppen gute Kontakte. Was sie nicht aus dem Fonds finanzieren kann, aber woran sie außerdem arbeitet, sind eine Internetseite der City-Managerin, digitale Stellen und öffentliche Internetzugänge, ein Flohmarkt für Spremberg.

Und sie sucht dringend Spremberger, die ihr erzählen, was für sie die Perle an Spremberg ist. „Ein Image-Film soll daraus entstehen“, sagt sie. Für die Kinderspiel-Elemente arbeitet sie mit dem Laga-Verein zusammen.

Für die Jugendveranstaltung sucht sie die zündende Idee. Sie würde gern Musik und Sport kombinieren. „Schon in meiner Jugendzeit war mir Sport immer wichtig“, sagt sie. Der einstige Perle-Cup sei toll gewesen. Aber ihn einfach wiederbeleben, das genügt Madlen Schwausch nicht.

 Als Netzwerkerin versteht sich die Spremberger City-Managerin Madlen Schwausch  (Mitte) von Anfang an in ihrer Arbeit. Sie will Unternehmer und Vereine, Jung und Alt zusammenbringen.
Als Netzwerkerin versteht sich die Spremberger City-Managerin Madlen Schwausch (Mitte) von Anfang an in ihrer Arbeit. Sie will Unternehmer und Vereine, Jung und Alt zusammenbringen. FOTO: LR / Horst Schmöche