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| 17:51 Uhr

Sellessen
Lutki bewacht den Ortsteil Sellessen

Die Mitglieder des Dorfclubs und Einwohner von Sellessen an der Lutki-Figur, die ihren Standort am Info-Stützpunkt gefunden hat.
Die Mitglieder des Dorfclubs und Einwohner von Sellessen an der Lutki-Figur, die ihren Standort am Info-Stützpunkt gefunden hat. FOTO: Arlt Martina
Sellessen. Torsten Wanke hat die Holzskulptur mit der Kettensäge geschnitzt, die jetzt am Info-Punkt aufgestellt wurde. Von Martina Arlt

Großer Bahnhof herrschte am Dienstagabend vor dem Info-Stützpunkt in Sellessen. Den Standort an der Schutzhütte am Abzweig Weißer Berg, in Richtung Muckrow, ziert jetzt eine Lutki-Figur. Angefertigt hat sie Torsten Wanke.

Der 50-Jährige, ein echter Sellessener, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Kettensägenkunst. Für das jetzt errichtete Kunstwerk hat er einen Zedernstamm verwendet, der wiederum aus dem Garten von Helmut Thiel stammt. Wankes Frau Ines hatte die Idee, das Gesicht nach der Lutki-Sage zu gestalten. Sohn Ricardo ist in Sellessen Ortschronist und hat sich mit dieser Sagengestalt beschäftigt. „Die Pupillen habe ich etwas dunkler gebrannt, dass sie wie Augen leuchten“, erklärt Torsten Wanke. Verfeinert hat er die Figur mit einer Blume, einer Schlange, einem Eichhörnchenkopf und Lindenblättern am Stamm. „Es richtet sich immer danach, wie das Holz gewachsen ist. Bevor ich die Kettensäge ansetze, werden die Proportionen angezeichnet“ – der Hobbykünstler freut sich, dass er sich mit einer schönen Holzarbeit in seinem Dorf einbringen konnte.

Sie wurde noch bearbeitet, damit sie dem Wetter lange standhält. Wolfgang Feike hat vor dem Aufstellen die Standfähigkeit der 2,70 Meter hohen Skulptur berechnet, sodass nun ein richtiges Fundament für die Sicherheit sorgt.

Ortschronist Ricardo Wanke machte sich zur Geschichte der Lutki-Sage  schlau. Demnach sind Lutken meist in der Erde wohnende Zwerge aus der Lausitzer Sagenwelt. Im Wendischen heißen sie Lutki und werden in der Mark Brandenburg Lutchen genannt. Die Lutken sollen den Menschen freundlich gesinnt gewesen sein. Der Sage nach hätten sie einst auf der Erde gewohnt und seien mit dem Vordringen des Christentums, erschreckt durch den Klang der Kirchenglocken, ins Erdinnere geflüchtet.

Der Sellessener Ortsvorsteher Hardy Kordian findet, dass die Lutki-Figur einen schönen Platz im Dorf gefunden hat. Die Einweihung nahmen die 26 Dorfclubmitglieder unter Leitung von Frank Hoffmann auch gleich zum Anlass, in geselliger Runde am Dorfanger zu sitzen.