An der Idee, im historischen Spremberger Bahnhofsgebäude ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) einzurichten, halten Stadt, Sprembergs Krankenhaus und das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus weiter fest. Ein Fördermittelantrag soll gestellt werden. Darüber informierte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) in der jüngsten Hauptausschusssitzung. Für das CTK sei ein MVZ im Spremberger Bahnhofsgebäude lukrativ, weil die Fachärzte in Cottbus nur in die Bahn ein- und in Spremberg wieder aussteigen bräuchten, um in ihre Praxisräume zu gelangen.

Lieber in der Dresdener Straße

Der Stadtverordnete Andreas Bränzel (CDU) begrüßt es, wenn sich die medizinische Versorgung für die Spremberger weiter verbessert. Aber intensiver diskutieren will er darüber erst, wenn sich das Krankenhaus und das Cottbuser Klinikum dazu wirklich gefunden haben. Benny Stobinski (Die Nächste Generation) befürchtet, dass die Stadt hier eine Entwicklung kaputt macht, die sie selbst angeschoben hat. „Wir wollten doch die medizinische Versorgung rund ums Krankenhaus entwickeln“, gibt er zu bedenken. Zudem wolle er keine Kinderärztin an den Bahnhof oben auf dem Georgenberg verlieren. „Die brauchen wir in der Innenstadt. Da wäre mir die Dresdener Straße lieber“, sagt Stobinski. Auch denke ihm das CTK zu wirtschaftlich.

Hoffen auf Förderrichtlinie „Unternehmen Reviere“

Gestellt werden soll der Fördermittelantrag über das Programm „Regionalen Investitionskonzepte (RIK)“, erläuterte Bürgermeisterin Herntier. Die Bandbreite möglicher Förderungen reicht in diesem Programm vom Aufbau von Kompetenznetzwerken über die Anwendung neuer Technologien bis hin zur Entwicklung regionaler Leitbilder. Rahmen der Förderung bildet die Förderrichtlinie „Unternehmen Revier“.

Nach Ideen für das historische Bahnhofsgebäude suchen die Stadtverwaltung und die Stadtverordneten schon seit einigen Jahren. Dort einen Anlaufpunkt für die Märkische Dichterstraße zu entwickeln, hatte zum Beispiel der Altbürgermeister und Stadtverordnete Egon Wochatz (CDU) versucht.