Das Gemeinschaftsprojekt, das nun bereits im fünften Jahr durchgeführt wird, findet in den Schulen große Resonanz. Die Terminkalender des Hauptkommissars und der Sozialpädagogen sind voll. Drei- bis viermal in der Woche besuchen sie Grundschulen.
Der Rektor der Grundschule Kollerberg und Lehrer für politische Bildung, Frank Köditz, ist von dem Projekt überzeugt. Und auch die Schüler waren bei dem Besuch mit größter Aufmerksamkeit dabei. In einem großen Kreis sitzend hörten die Schüler Roland Schaulies zu. Locker und ohne erhobenen Zeigefinger sprach er mit den Schülern darüber, wie sich Gewalt steigern kann und wie schlimm die Folgen sein können. Besonders die Rollenspiele verdeutlichten den Schülern anschaulich die Problematik, wie schnell Gewalt durch Gruppendynamik entsteht.
Lob erhielt das Projekt auch von der Lehrerin Simone Kordian: „Diese Veranstaltung hat auf jeden Fall eine große und vor allem positive Resonanz und bleibt sicherlich lange bei den Schülern im Gedächtnis. Die Vertreter dieser Projektgruppe verstehen es sehr gut, nicht als Lehrmeister an der Tafel aufzutreten, sondern in der üblichen und lockeren Sprachweise eines Schülers über dieses Thema zu sprechen.“
Dass das Projekt sich hauptsächlich an die sechsten Klassen richtet, begründet sich mit dem anschließenden Schulwechsel der Schüler ab der siebten Klasse. Eine neue Umgebung, die Eingliederung in ein neues Klassenteam, die Bildung von Cliquen und das Finden neuer Freunde stellen erhöhte Ansprüche an jeden einzelnen Schüler. Mit Gewalt können die Schüler dabei auf unterschiedlichste Weise in Kontakt kommen, wie zum Beispiel Raub, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Erpressung, psychische Gewalt oder Diebstahl. Zu lernen, was das Wichtigste für einen Schüler sein sollte, fällt dadurch nicht leichter.
Deshalb versuchen Roland Schaulies, Claudia Lohde-Sewart und Gerd Löwa den Schülern die Unterschiede zwischen Tätern, Anstiftern, Gehilfen und Mittätern und deren strafrechtliche Behandlung zu erklären. Wie geht es Opfern„ Was sind Zeugen“ - Durch diese aufgeworfenen Fragen soll bei den Schülern ein Rechtsbewusstsein geschaffen werden, damit sie sich mit den wirtschaftlichen und juristischen Folgen ihres Handelns auseinandersetzen. Den Schülern wird von den Projektmitarbeitern Mut gemacht, handlungsaktiver in Gefahren- und Notsituationen zu werden.