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| 14:59 Uhr

Erinnerung an Schriftsteller
Literaturfreunde spazieren durch Spremberg

Die Mitarbeiter der Kreisbibliothek, unter ihnen Henrik Vogel, bewahren das Werk von Peter Jokostra. ⇥Foto: Annett Igel-Allzeit
Die Mitarbeiter der Kreisbibliothek, unter ihnen Henrik Vogel, bewahren das Werk von Peter Jokostra. ⇥Foto: Annett Igel-Allzeit FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Gäste aus ganz Deutschland widmen sich im Juni dem Erbe von Peter Jokostra.

Einen Spaziergang durch Spremberg planen die Literaturfreunde, die sich dem Erbe des Schriftstellers Peter Jokostra verschrieben haben. Dazu haben sie Mitstreiter aus Mecklenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein eingeladen. Sie werden sich am Sonnabend, 16. Juni, um 9.30 Uhr an der Gedenktafel treffen, die im Jahr 2017 in der Langen Straße eingerichtet wurde. Vom Elternhaus des Schriftstellers begeben sich die Gäste auf die Spuren von Peter Jokostra. Dazu erklärt Klaus Krause, einer der Organisatoren: „Der gut einstündige Gang durch die Altstadt wird Bezüge zur Biografie und zum Werk Jokostras herstellen.“ Er richte sich somit auch an Teilnehmer aus Spremberg. Künftig soll darüber hinaus ein Faltblatt über das Leben und die Arbeit von Peter Jokostra informieren.

Zum zehnten Todestag des Schriftstellers schrieb Klaus Krause: „Manchmal braucht es Zeit, ehe Erinnerung sich Bahn bricht.“ Tatsächlich schien es zunächst, als würde Peter Jokostra in Vergessenheit geraten. Nach seiner Flucht aus der DDR im Jahr 1958 blieb er in seiner Heimat ein verbotener Autor, anders als Erwin Strittmatter. Erst viel später entdeckten die Spremberger den Literaten wieder für sich. Seit dem Jahr 2002 hält die Kreisbibliothek ein Sammlung seiner Werke bereit, wie Klaus Krause berichtet. Als die Literaturfreunde schließlich den Antrag für eine Gedenktafel stellten, begründeten sie diesen Schritt: „Zwei Lesungen in Spremberg in den Jahren 2014 und 2015 haben gerade die hohe Aktualität seiner Lyrik und Prosa vergegenwärtigt, unter anderem in seinen Texten zum Antisemitismus und zum Holocaust.“ In seinen Schilderungen von Flüchtlingsschicksalen fänden sich auch Bezüge zu seiner Lausitzer Heimat.

Der Träger des Preises der Leipziger Buchmesse im Jahr 2016, Guntram Vesper, unterstützte das Ansinnen, eine Gedenktafel für den Schriftsteller Peter Jokostra in Spremberg anzubringen. Guntram Vesper sah sich in seiner Jugend von der Lyrik und Prosa des Spremberger Autoren inspiriert. Auf der Leipziger Buchmesse wurde er für seinen Roman „Frohburg“ geehrt.