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| 15:35 Uhr

Veranstaltung in Bohsdorf
Literaturcafé stellt Spremberger Autoren vor

Der Gubener Autor Andreas Peter liest beim jüngsten Literaturcafé Auszüge aus dem Werk „Firma Wilhelm Markgraf“ des Spremberger Schriftstellers Johannes Vogel vor.
Der Gubener Autor Andreas Peter liest beim jüngsten Literaturcafé Auszüge aus dem Werk „Firma Wilhelm Markgraf“ des Spremberger Schriftstellers Johannes Vogel vor. FOTO: Anja Guhlan
Bohsdorf. Johannes Vogel galt als „Meister der Dialoge“.

Vielen Literaturfreunden des Strittmatters-Vereins aus Bohsdorf ist Johannes Vogel als Schriftsteller, der ebenfalls aus Spremberg stammt, nicht bekannt gewesen. Dennoch zog es rund 20 Gäste zum Literaturcafé in die Begegnungsstätte „Unter Eechen“. Dort stellte am vergangenen Samstag der Gubener Stadtwächter, Autor und Herausgeber Andreas Peter drei Werke aus der Romantriologie „Am sausenden Webstuhl der Zeit“ des Schriftstellers Johannes Vogel vor.

„Ich selbst wurde durch Hagen Rittel auf den Spremberger Schriftsteller Johannes Vogel aufmerksam“, erklärt Andreas Peter. Als er schließlich in einige Werke Vogels hineinlas, war er fasziniert. „Johannes Vogel war ein Meister der Dialoge, der seitenweise ohne Beschreibungen auskam. In seinen Dialogen spiegeln sich sein feiner Humor und seine Lebensweisheit wieder“, schwärmt der Gubener Autor.

Deshalb trug Andreas Peter bewusst direkt Leseproben aus dem zweiten Band der Romantrilogie „Firma Wilhelm Markgraf“ aus den unruhigen Zeiten des Vormärz 1848749 vor.  In den Kapiteln „Die Martinsgans“ und  „Die Politiker“ bekamen die Gäste  einen unverblümten Eindruck vom Schreibstil und der vielen Wortwechsel des Schriftstellers, der von 1895 bis 1962 gelebt hat.

Seine Romantrilogie spielt hauptsächlich in der Stadt  Spremberg. Orte, Straßennamen und Plätze wie der Marktplatz kommen den Gästen bekannt vor. Nur den Spremberger Stadtnamen wandelte Vogel einst in „Spreenitz“ um. Johannes Vogel, der immer nur kurz in Spremberg verweilte, dachte oft an seine Heimatstadt, und versuchte dies in seinen Werken festzuhalten.

Auch den ersten Band „Saitenspiel aus fernen Gärten“ sowie den dritten Band

„Das hölzerne Haus“ brachte Andreas Peter mit zur Lesung nach Spremberg.  Jedoch verzichtete er auf weitere Leseproben und wollte viel lieber mit den Gästen noch ins Gespräch kommen. Schließlich wollte er eine Anregung geben, Spremberg vielleicht auch mal aus einer ganz anderen literarischen Sicht zu erkunden.

Einige Gäste fühlten sich beim Vortragen der ausgewählten Textpassagen in der Gegenwart. „Das ist heute auch noch so. Man staunt, dass sich die Werke aus den 1960er-Jahren teilweise auch auf heute projizieren  lassen“, sagte eine Besucherin.

Der Gast Peter Stempin aus Eisenhüttenstadt war auch neugierig auf den Schriftsteller Johannes Vogel, den er vorab noch nicht gekannt hatte. Doch dem Literaturfreund sagte der Schreibstil  nicht zu. „Vielleicht bin ich auch als Strittmatter-Freund zu verwöhnt“, erklärte er.

Die Literaturfreundin Gudrun Sägling aus Görlitz, die Johannes Vogel ebenfalls noch nicht gelesen hatte, möchte nun versuchen, sich dem einen oder anderen seiner Werke zu widmen. „Anregungen habe ich bei dieser Lesung auf jeden Fall erhalten“, sagte sie.              

Das nächste Literaturcafé soll wieder im April  stattfinden, wie Heidemarlen Polzin  vom Strittmatter-Verein aus Bohsdorf ankündigt.  Dann plant der Verein, sich mit Werken von Eva Strittmatter auseinander zu setzen.